Heizen mit Holz
01.02.2006
Das Umweltamt der Stadt Hagen appelliert an die steigende Anzahl von Nutzern von Kaminöfen, auf die Umwelt und die Nachbarschaft Rücksicht zu nehmen!
Es darf nur unbehandeltes, abgelagertes Holz in ihrer Holzfeuerstätte verbrannt werden. Feuchtes oder behandeltes Holz gehört auf keinen Fall in den Kamin. Das Verbrennen von Abfällen ist strafbar.
Heizkamine und Kaminöfen liegen im Trend der Zeit. Fast jeder Baumarkt bietet sie inzwischen als alternative Wärmequelle an. Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise wird ihre Nutzung in den privaten Haushalten neu entdeckt. Kostengünstig kann der Brennstoff Holz schon direkt bei den kommunalen Forstämtern erworben werden.
Der Umwelt und auch den Nachbarn zuliebe sind im Umgang mit offenem Feuer jedoch einige Hinweise zu beachten. Grundsätzlich dürfen nur lufttrockenes, unbehandeltes oder naturbelassenes und stückiges Holz einschließlich anhaftender Rinde (Scheitholz, Hackschnitzel, Reisig, Zapfen) sowie Presslinge aus unbehandeltem Holz (Holzbriketts, Holzpellets oder andere Pressformen) verbrannt werden.
Als lufttrocken wird Holz mit einem Feuchtigkeitsgehalt von etwa 20 Prozent des Holzgewichtes im absolut trockenen Zustand bezeichnet. Erfahrungsgemäß ist Holz bei luftiger und trockener Lagerung nach folgenden Lagerzeiten verwendbar: Pappel und Fichte (1 Jahr), Linde, Erle, Birke (1-2 Jahre), Buche, Esche und Obstbäume (2 Jahre) sowie Eichenholz (2-3 Jahre).
Das von vielen Menschen zur Zeit direkt im Wald gesammelte oder frisch geschlagene Holz darf daher nicht sofort verbrannt werden. Zum einen ist durch die Feuchte des Holzes die Energieausbeute geringer, zum anderen fällt bei der Verbrennung mehr Asche an. Teile der Asche werden als Feinstaub in die Außenluft freigesetzt.
Auf keinen Fall dürfen Kaminöfen der Abfallentsorgung dienen: Beschichtetes, lackiertes, behandeltes, imprägniertes, verleimtes Holz sowie Spanplatten gehören nicht in die Verbrennung. Bei der Verbrennung solcher Stoffe in Kaminen werden über die Abgasfahne gesundheitsgefährdende Stoffe in erhöhtem Maße in die Luft gepustet - unter anderem Schwermetalle, Salzsäure und Dioxine.
Damit gefährdet der Kaminbesitzer die Umwelt, aber direkt auch seine Nachbarn und sich selbst - die Luftschadstoffe werden mit eingeatmet. Die Verbrennung von Abfällen gilt als unzulässige Abfallentsorgung und ist strafbar.
Eine gute Verbrennung ist gegeben, wenn das Holz mit langer Flamme rauchfrei abbrennt, eine feine weiße Asche entsteht und die Abgasfahne nicht sichtbar ist. Bei einwandfreiem Betrieb der Anlage und Nutzung des geeigneten Brennmaterials werden unnötige Emissionen und Belästigungen der Nachbarschaft vermieden. Fachkundige Beratung zum Einbau und dem einwandfreien Betrieb der Kamine bieten die zuständigen Bezirksschornsteinfegermeister vor Ort.
Weiterhin ist zu beachten, dass offene Kamine nur gelegentlich zu befeuern sind, sie sind nicht für die Dauerbeheizung von Wohnräumen zugelassen. Nach den Vorgaben der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (Erste Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes) dürfen offene Kamine nur gelegentlich genutzt werden.
Für Kaminöfen gibt es keine zeitliche Nutzungsbeschränkung - umso wichtiger ist es, diese Öfen umweltschonend zu betreiben.
Über den richtigen Umgang mit Kaminöfen informiert das Umweltamt mit Hilfe des Informationsblatts Offene Kamine - Heizkamine - Kaminöfen des Landesumweltamtes NRW.
Das Infoblatt ist beim Umweltamt der Stadt Hagen unter 02331-2073763 erhältlich.
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