Wohn- und Pflegeberatung für dementiell Erkrankte
02.08.2006
Gehört hat jeder davon: der Nachbar, der in Pantoffeln durch die Straßen geht und nicht mehr nach Hause findet; die Großmutter, die sich immer mehr zurückzieht, oder die Mutter, die immer öfter den Name den Tochter vergisst.
Nicht immer versteckt sich hinter diesem Verhalten eine dementielle Erkrankung. Fakt ist aber, je älter die Menschen werden, desto höher ist das Risiko, an einer Form der Demenz zu erkranken. Eine dementielle Erkrankung wie beispielsweise Alzheimer verläuft immer chronisch und entwickelt sich fortschreitend.
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Berät dementiell Erkrankte und deren Angehörige: Andrea Weirauch von der städtischen Wohn- und Pflegeberatung.
(Foto: Kerstin Wiedemann/Stadt Hagen)
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Obwohl es Medikamente gibt, die den Verlauf positiv beeinflussen können, gibt es bisher keine Heilung. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, die Erkrankung möglichst im Frühstadium zu erkennen.
Anders als bei vielen anderen Krankheiten ist gerade die Diagnostik sehr schwierig. Nicht, weil es keine entsprechenden medizinischen Möglichkeiten gibt, sondern weil eine dementielle Erkrankung leider in unserer Gesellschaft immer noch tabuisiert wird.
Selbst innerhalb der Familie ist es schwierig, Befürchtungen einer möglichen Erkrankung zu benennen. Betroffene versuchen oftmals ihr Vergessen zu bagatellisieren oder probieren, sich bei konkreter Nachfrage herauszureden.
Sowohl für den Betroffenen als auch für die Angehörigen ist es deshalb oft schon zu Beginn der Erkrankung sehr schwierig, gemeinsam den richtigen Weg zu finden. Im weiteren Verlauf der Krankheit kommt es durch den zunehmenden Verlust der kognitiven Fähigkeiten oftmals zu Missverständnissen, die zu starken Verunsicherungen auf beiden Seiten führen.
Die Kommunikation funktioniert nicht mehr wie früher und durch das Unverständnis bilden sich schnell Aggressionen, Angst, aber auch Traurigkeit. Verhaltensveränderungen, die oftmals mit der Erkrankung einhergehen, führen ebenfalls dazu, dass die Lebensqualität der Betroffenen verloren geht, und dass sich Angehörige zunehmend überfordert fühlen.
In Hagen werden dementiell Erkrankte und ihre Angehörigen nicht allein gelassen. Seit dem 15. Juni 2006 hält die Wohn- und Pflegeberatung der Stadt Hagen für diesen besonderen Personenkreis mit Andrea Weirauch eine konkrete Ansprechpartnerin vor, die Erkrankte und deren Angehörige begleitet und im Verlauf der Erkrankung individuell unterstützt.
Von der ersten Unsicherheit bis zur Klärung aller möglichen Hilfestellungen bei fortgeschrittener Erkrankung wird eine kompetente Begleitung angeboten. Die Beratung wird individuell gestaltet, denn nicht jeder Krankheitsverlauf ist gleich und nicht jeder benötigt dieselben Hilfen. Von der Übersendung von Informationsmaterial, dem persönlichen Gespräch in der Beratungsstelle bis hin zum Hausbesuch ist alles möglich.
Unter dem Dach der Stadt Hagen arbeiten darüber hinaus inzwischen 26 Mitgliedsorganisationen auf unterschiedliche Art und Weise im netzwerk demenz daran, ein vernetztes Hilfeangebot für Erkrankte anzubieten.
Ziel ist es, die Lebensqualität der dementiell Erkrankten zu erhalten und die Angehörigen bei der Betreuung und Pflege intensiv zu unterstützen. Die Erfahrung von betroffenen Angehörigen und professionellen Hilfeanbietern zeigt, nur wer offen seine Ängste und Sorgen benennt und Angebote annimmt, kann den mit der Erkrankung einhergehenden Anforderungen gerecht werden.
Weitere Informationen erteilt Andrea Weirauch vom Fachbereich Jugend & Soziales, Wohn- und Pflegeberatung für dementiell Erkrankte, Berliner Platz 22, 58089 Hagen, telefonisch unter 02331-2073478 beziehungsweise per Email unter jugendsoziales@stadt-hagen.de.
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