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Umfrage in Wehringhausen
22.08.2006 Wer heute mit offenen Augen Wehringhausen durchquert, stößt überall auf gut erhaltene Reste des Gründerzeit-Wohnviertels. Dieser Stadtteil entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem anschaulichen Industrievorort.Der Ansiedlung von Betrieben entlang der Ennepe folgte eine flächendeckende Blockrandbebauung zum Ende des 19. Jahrhunderts als Wohnquartiere für die Arbeiter, während etwas oberhalb am Buschey luxuriöse Wohnungen für Beamte errichtet wurden, die dann in ein repräsentatives Villenviertel in Hanglage übergingen. Natürlich ist auch in diesem Stadtteil die Zeit nicht stehen geblieben. Die Lebensbedingungen haben sich geändert und die Ansprüche an Lebensqualität sind gestiegen. Eine Wohnung in City-Nähe und Einkaufsmöglichkeiten vor der Haustür ist nicht mehr ausschließlich Wunschtraum des Hagener Bürger. Erhöhter Mobilitätsbedarf, der Trend zum Wohneigentum hat manch einen Wehringhauser in die Vor- und Nachbarstädte gelockt. Kaufkraft ging damit dem Stadtteil verloren und so mancher Einzelhändler schloss daraufhin seine Ladentüre für immer, so die Einschätzung von Stadtplanerin Marion Schwill-Höbig, die seit August 2005 einen Facharbeitskreis zu Wehringhausen leitet. Fast 20 Mitglieder haben sich in diesem Kreise die Aufgabe gestellt, den Ortsteil zu stärken. In konstruktiven Gesprächen mit Vertretern der unterschiedlichsten Berufs- und Interessengruppen hat man bereits gute Grundlagen für zukünftige Planungen geschafften. Nun aber ist der Bürger selbst gefragt. In Zusammenarbeit mit dem Ressort Statistik und Stadtforschung der Stadt Hagen wurde ein Fragebogen zur Beurteilung des Lebensumfeldes in Wehringhausen erstellt. Dieser wird an rund 2000 Bewohner des Wohnbezirks verteilt. Alle Bewohner des Stadtteils werden gebeten, sich für diesen Fragebogen Zeit zu nehmen und über die aktuellen Lebensbedingungen im Stadtteil nachzudenken. Jede Antwort ist ein wichtiger Puzzelstein für die zukunftbezogenen Planung. Marion Schwill-Höbig ist optimistisch, viele Rückantworten zu erhalten, denn viele Gruppen, die Wohnungsbaugenossenschaften und der Einzelhandel haben schon ihr Interesse und ihre Unterstützung für diese Aktion angekündigt. Wer mitmacht, kann einen der zahlreichen ausgelobten Preise gewinnen. Für die Planer der Stadtverwaltung jedoch ist jeder ausgefüllte Fragebogen ein echter Gewinn für die Zukunftsplanung.
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Montag, 21.05.2012 - 15:55 - 4557 Seitenaufrufe