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Rettung der Amphibien vor dem Straßentod

07.03.2009

Zeitig im Frühjahr, wenn die Temperaturen mehrere Tage lang 8 Grad und mehr erreichen, regt sich nach langem Winterschlaf das Leben. So werden unter anderem Kröten, Frösche und Molche frühzeitig wach, um an die Geburtsstätten ihres Lebens zu wandern.

Das sind ruhige Gewässer wie Weiher, Tümpel, Teiche und manchmal auch kleine Pfützen in Wagenspuren. Dort treffen sie sich alljährlich wieder, um für Nachwuchs zu sorgen.

Natürliche Gefahrenquellen sorgen dafür, dass die Tiere seit jeher Verluste durch natürliche Feinde erleiden, jedoch nicht aussterben. Vom Aussterben bedroht sind sie durch von Menschen verursachte Gefahren. So müssen auf ihrer Wanderung Hindernisse wie Straßen, Schienen, Bauwerke , Kanal- und Lichtschächte oder Mauern überbrückt oder umwandert werden, was meist tödliche Folgen für die Tiere hat. Das Sterben der Amphibien geschieht in den meisten Fällen unbemerkt. Jedoch sind die Verluste so hoch (über 75 Prozent), dass die Familie der Lurche immer mehr ausstirbt.

Die größten Verluste verursacht der Straßenverkehr, indem die Tiere einfach überrollt werden. Unerfreulicherweise aber wird genau das nicht bemerkt oder nicht ernst genommen, so dass sich niemand abhalten lässt, diese Straßenabschnitte trotz Beschilderung zu befahren. Der Autofahrer sollte auf die dreieckigen Warnschilder mit einer abgebildeten Kröte im Zentrum achten und diese Strecke bestenfalls meiden.

Hat die Sonne den Asphalt tagsüber erwärmt, bleiben die wechselwarmen Tiere gerne sitzen und halten sich gerade dort länger auf. Bereits bei der Wanderung beginnen die Erdkröten sich zu paaren, verweilen oder laufen hin und her. Dieser Umstand führt dann zu dem beklagten Straßentod tausender ihrer Art. Die Jungtiere, die aus den Gewässern in den Sommerlebensraum zurückwandern, ereilt das gleiche Schicksal. So sind dadurch Tierbestände ganzer Landschaftsteile gänzlich verschwunden und können nicht mehr ersetzt werden.

Die Tiere streben ihrem vererbten genetischen Code nach zielgenau immer zu ihren Laichgewässern. Man beobachtete, dass sie sich selbst noch nach Jahrzehnten erfolgter Beseitigung eines Gewässers dort einfinden und das Laichgewässer suchen. Die Hauptwanderzeit beginnt Mitte Februar und klingt Ende März langsam aus. Dabei wird der Schutz der Dunkelheit genutzt. Die Nachkommen der meisten Amphibien machen sich bereits im Mai als käfergroße Jungtiere wieder auf den verlustreichen Rückweg in den Wald.

Die Überlebenden machen sich dadurch nützlich, dass sie im Sommer in ihren Lebensräumen Insekten und Schnecken erjagen und dafür sorgen, dass etwa in unseren Kartoffeläckern Schadinsekten nicht zu mächtig werden. Ende September/Oktober, wenn es merklich kälter wird, graben sich beispielsweise Erdkröten frostsicher in den Boden ein und Grasfrösche überwintern im Schlamm eines Gewässergrundes.

Wie kann sich der Autofahrer also verhalten? Können die beschilderten Straßenabschnitte nicht gemieden werden, hilft es, langsam zu fahren und, da die Krötenwanderung überwiegend nachts geschieht, auf „Blätter“ zu achten, denn damit werden sie meistens verwechselt. Da die Erdkröten im Scheinwerferlicht eine Abschreckhaltung einnehmen (auf die Beine stellen), können sie besser erkannt und „zwischen die Räder genommen“ werden.

Die Untere Landschaftsbehörde des Umweltamtes der Stadt Hagen appelliert daher an die Bürgerinnen und Bürger, den Tieren in ihrer Not zu helfen und einen bescheidenen Beitrag zu leisten. Amphibien sind vom Aussterben ernsthaft bedrohte Tierarten. Die bewusste Tötung oder der Fang dieser Tiere kann mit hohen Geldbußen geahndet werden.

Nähere Informationen erteilt das Umweltamt der Stadt Hagen, Untere Landschaftsbehörde, Rathausstraße 11, unter Telefon 02331/207-2904.



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