Gemeinsam gegen MRSA
06.05.2009
Die Abkürzung MRSA steht für methicillinresistente Staphylococcus aureus. Im Gesundheitswesen bereitet die Zunahme dieses multiresistenten Keimes immer mehr Probleme. Am 5. Mai 2009 fand daher unter Leitung des Hagener Gesundheitsamtes im Rathaus an der Volme die Gründungsveranstaltung zum Hagener MRSA-Netzwerk statt.
Alle im Gesundheitswesen in Hagen relevanten Akteure nahmen an dieser Gründungsveranstaltung teil.
Staphylococcus aureus sind Bakterien, die natürlicherweise auf der Schleimhaut und der Haut von Menschen vorkommen können. Bei geschwächtem Immunsystem können diese Bakterien zu Infektionen wie Blutvergiftung und Lungenentzündung führen. Als MRSA ist dieser Keim unempfindlich gegenüber den meisten gängigen Antibiotika und somit ist eine Infektion mit MRSA nur äußerst schwer behandelbar. MRSA siedeln besonders gerne auf der Haut und Schleimhaut von Menschen, die Risikofaktoren haben. Zu diesen Risikofaktoren zählen unter anderem längere Krankenhausaufenthalte, Behandlung mit Antibiotika, chronische Wunden und chronische Pflegebedürftigkeit. Etwa ein bis zwei Prozent aller Menschen in Deutschland sind mit MRSA besiedelt.
Nur gemeinsam mit allen Institutionen, die mit kranken und pflegebedürftigen Menschen zu tun haben, ist der Kampf gegen MRSA zu gewinnen. So wurde auf der Veranstaltung unter Initiative des Gesundheitsamtes das Hagener MRSA-Netzwerk gegründet und alle Hagener Krankenhäuser, nahezu alle Hagener Pflegeheime, der Rettungsdienst der Feuerwehr und die Ärztekammer beteiligten sich an dieser Netzwerkgründung. Die Ärztekammer wird sich für ein Mitwirken auch aller anderen Hagener Ärzte einsetzen.
Alle Beteiligten verpflichten sich zur Einhaltung der Vorgaben und Ziele des Hagener Netzwerkes, durch die eine konsequente und koordinierte Bekämpfung dieses Keimes beabsichtigt ist, mit dem Ziel, die Rate an Erkrankungen durch MRSA in Hagen zu senken. Nur durch eine gemeinsame, abgestimmte und konsequente Bekämpfung von MRSA kann der Kampf gegen diesen Keim gewonnen werden.
Zum Netzwerk ist unter der Internetseite des Hagener Gesundheitsamtes eine Präsentation geschaltet worden. MRSA-Netzwerke wurden im vergangenen Jahr bereits in der Nachbarstadt Dortmund gegründet wie auch im Kreis Olpe. Insbesondere mit dem Netzwerk unserer direkten Nachbarstadt ist eine enge Kooperation geplant. Ziel der Landesregierung und Wunsch eines Beschlusses der Gesundheitsministerkonferenz der Länder von 2006 ist es, flächendeckende regionale Netzwerke in ganz Deutschland zu gründen, um diesem Keim, der auf die gängigen Antibiotika nicht mehr anspricht, den Kampf anzusagen. In unserem Nachbarland Niederlande ist dieser Kampf gelungen. Die Niederländer haben ein wesentlich geringeres Problem mit diesem Keim als wir in Deutschland und den anderen europäischen Staaten.
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