LGS-Hemer: Interview zum Waldspielplatz Zwergengold
15.09.2009
Die Landesgartenschau 2010 in Hemer – ein Erlebnis für Jung und Alt. Vor allem die
Spielplätze werden die kleinen Besucherinnen und Besucher in ihren Bann ziehen. Auf einer
Fläche von 3.214 Quadratmetern entsteht der Waldspielplatz „Zwergengold“. Wippe und
Schaukel waren gestern, für die LGS in Hemer wurden sagenhafte Spielgeräte der besonderen
Art kreiert.
Entwickelt wurde das „Zwergengold“-Konzept von dem Planungsbüro Geskes und
Hack aus Berlin, Partner ist der Holzgestalter Jürgen Bergmann. Die Landesgartenschau
Hemer 2010 sprach mit den Landschaftsarchitekten Kristina Hack und Christof Geskes über
den einmaligen Spielplatz mitten im Wald oberhalb der Skateanlage.
Warum trägt der Waldspielplatz den Namen „Zwergengold“?
Christof Geskes: Wir haben damit die alte Hemeraner Sage „Zwergengold“ aufgegriffen, die
sich um die Anfänge der Eisenerzgewinnung im Felsenmeer rankt. In dem Geotop hat die erste
Verhüttung von Eisenerz ihre Wiege – das ist ein wichtiges Kapitel für Hemer. Uns war es bei
der Planung der Landesgartenschau Hemer wichtig, regionale Bezüge aufzunehmen.
Kristina Hack: Entsprechend ist der Spielplatz mit außergewöhnlichen Spielangeboten
ausgestattet, die auf die Geschichte des Felsenmeeres Bezug nehmen. Das weit verzweigte
Höhlensystem und die bizarren Felsformationen regen die Fantasie an und lassen Groß und
Klein nach dem entschwundenen Zwergenvolk der Vorzeit hinter Felsvorsprüngen und alten
Bäumen auf die Suche gehen.
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| Ob Baumwipfelweg, Förderstelle oder Riesen-Thron-Tafel: Für die LGS Hemer haben
die Berliner Landschaftsarchitekten Kristina Hack und Christof Geskes einen für die Region
einmaligen Waldspielplatz konzipiert. |
Welche Art von Spielgeräten erwartet die Besucherinnen und Besucher?
Kristina Hack: Das Zwergenvolk hat auf der Waldlichtung am Fuße des Jübergs eine
richtiggehende Handwerkersiedlung zurückgelassen, wo Bergwerksbahn, Schmiede,
Zwergenschule und Baumhaus darauf warten, von den kleinen Leuten wieder mit Leben erfüllt
zu werden. Im Zentrum des Spielbereichs steht ein sieben Meter hoher Förderturm. Um in das
Bergwerk zu gelangen, müssen die Kinder den Eingang durch den Riesensack finden, den bekletterbaren Drachenkopf überwinden und die gewundenen Tunnel hinter sich lassen.
Zipfelmützendächer, Schaukelnester, Kletterpfade und Baumbrücken geben viele Anreize zur
Bewegung in der Natur.
Christof Geskes: Das Zwergengold ist keine herkömmlicher Spielfläche, die Kinder aus der
Schule oder dem Kindergarten kennen. Wir haben den Anspruch, dass auf der
Landesgartenschau in Hemer ein Spielplatz entsteht, der in seiner Gestaltung in der Region
einmalig ist.
Für welche Altersgruppe wurde dieses Konzept entwickelt – können sich auch Erwachsene hier
austoben?
Kristina Hack: Zweijährige tapsen über den Waldboden, Fünfjährige erklimmen den
Förderturm, Jugendliche haben Spaß auf der Urwald-Schaukel. Schwerpunktmäßig haben wir
das Zwergengold für vier bis 13-Jährige entwickelt, aber der Waldspielplatz ist auch für jüngere
und ältere Menschen geeignet.
Christof Geskes: Und ganz sicher haben auch Erwachsene ihren Spaß auf dem
Waldspielplatz! Das haben auch die Erfahrungen im Freizeitpark Kulturinsel Einsiedel in der
Nähe von Görlitz (Sachsen) gezeigt. Dort hat der künstlerische Holzgestalter Jürgen Bergmann
einen einzigartigen Freizeitpark mit fantastischen Spielgeräten samt Baumhaus-Hotel
aufgebaut. Ich war selbst schon mehrfach dort und kann bestätigen: Auch Erwachsene fühlen
sich wahnsinnig wohl. Das wird im Zwergengold auch so sein. Eltern können das Zwergengold
gemeinsam mit ihren Kindern entdecken, können an der Riesenthrontafel Platz nehmen – und
fühlen sich an den überdimensionalen Tischen und Bänken wie Zwerge.
An welchen Spielgeräten hätten Sie früher großen Spaß gehabt?
Kristina Hack: Meine schönsten Kindheitserinnerungen sind nicht so sehr mit Spielplätzen
verbunden. Schaukel, Wippe und Klettergerüst – das war das wenig reizvolle
Standardprogramm der 70er Jahre. Ich habe am liebsten draußen gespielt, Staudämme und
Hütten gebaut, Hölzer gesammelt. Spielen in der Natur – das können Kinder auch im
Zwergengold. Ich denke, am meisten Spaß hätte ich auf dem Baumwipfelweg, der in vier
Metern Höhe zwischen Bäumen und Stämmen angelegt wird.
Christof Geskes: Mein Favorit ist die Weltenschaukel. Sie sieht aus wie ein überdimensionaler
Bienenkorb, in dem die ganze Familie Platz findet – eine tolle Schaukelerfahrung!
Stichwort Barrierefreiheit: Können auch Kinder mit individuellen Beeinträchtigungen hier spielen,
und können Papa und Mama in Rollstühlen ihre Kinder zu den Spielgeräten begleiten?
Kristina Hack: Ja. Die Spielgeräte selbst sind zwar nicht speziell für Menschen mit
Behinderungen konzipiert, aber sie sind alle mit dem Rollstuhl zu erreichen. Die Objekte werden
über Rindenmulchwege verbunden und es wird keine Stufen, Treppen oder andere Hindernisse
geben, die überwunden werden müssen.
Wird es Sitzgelegenheiten, Gastronomie und Sanitäranlagen in unmittelbarer Nähe des
Spielplatzes geben?
Kristina Hack: Die klassische Parkbank wird es nicht geben, das passt nicht zu einem
Waldspielplatz. Ausruhen können sich Kinder und Erwachsene mitten im Geschehen: auf den
Spielgeräten. Man kann auf Fässern und Kisten sitzen, es sich auf dem Thron bequem machen
oder sich in der Zwergenschule ausruhen. Der nächste Gastronomie-Stützpunkt ist das Café
Kaja am Sportplatz, wo sich auch Toiletten befinden. Ebenso wie vom Skate-Park ist das Café
Kaja schnell zu Fuß zu erreichen.
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Landesgartenschau Hemer

Ostenschlahstraße 60 58675 Hemer Tel: 02372/5506-0 Tickets für Konzerte: www.eventim.de
Die Landesgartenschau öffnet bis zum 24. Oktober 2010 täglich um 9.30 Uhr. Bis 18.30 Uhr ist Einlass, Dauerkarten-Besitzer können das Gelände bis Einbruch der Dunkelheit betreten, dann schließt der Park seine Tore. Bei Sonderveranstaltungen ist die Kasse bis zum Beginn des Events geöffnet. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass Hunde auf dem LGS-Gelände nicht zugelassen sind.
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