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DGB-Hagen: „Lohnrückgänge sind alarmierend – Frauen sind besonders betroffen“
04.03.2010 Für viele Beschäftigte sind die Pro-Kopf-Bruttoverdienste durch den Abbau von Guthaben auf Arbeitszeitkonten um 3% gestiegen. Das teilt das Bundesamt für Statistik in seiner aktuellen Berechnung der Arbeitseinkommen in Deutschland mit. Trotzdem kam es insgesamt zum ersten Male in der Geschichte der Bundesrepublik zu einem durchschnittlichen Rückgang von rund 108 Euro je Arbeitnehmer.Diese Entwicklung wird entscheidend durch den exorbitanten Aufbau des Niedriglohnsektors und prekäre Beschäftigungen ausgelöst. Nach einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung waren zuletzt rund 7,7 Millionen Menschen atypisch beschäftigt. Mehr als jeder fünfte abhängig Beschäftigte war in Leiharbeit, in Teilzeit unter 20 Stunden in der Woche, in Minijobs oder befristet beschäftigt. Rund die Hälfte arbeitete vollbeschäftigt im Niedriglohnsektor. Für den DGB eine besorgniserregende Entwicklung, die sich auch in Hagen stattfindet. So stieg zwar in den Jahren 2003 bis 2008 die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten von 66.120 auf 67.215 allerdings vor allem bei atypischen Arbeitsplätzen. Allein die Zahl der Minijobs erhöhte sich um fast 4.000 von 14.932 auf 18.793. Eine Auflistung der Hauptbereiche bei allen Beschäftigten ergibt Zuwachszahlen bei Teilzeitstellen um 14,4%, bei der Leiharbeit um 3,2% und bei den Minijobs um 21,5%. Für den Hagener DGB unterstreichen die Zahlen die seit langem kritisierte Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Der DGB beklagt, dass immer weniger Menschen von ihren Einkünften als Niedriglöhner leben können und immer mehr Beschäftigte Transferleistungen in Anspruch nehmen müssen. Kreisvorsitzender Jochen Marquardt: „Damit sinkt nicht nur die erforderliche Kaufkraft, sondern die Gesellschaft muss auch noch den Ausgleich für zu geringe Löhne übernehmen. Das kann und darf so nicht weitergehen. Erforderlich ist ein gesetzlicher Mindestlohn von mindestens 8,50 € sowie eine konsequente Richtungsänderung zu guter und fair bezahlter Arbeit.“ Spezielles Augenmerk legt der DGB in den kommenden Tagen auf die spezielle Rolle der Frauen, die besonders von atypischen Beschäftigungen und den Niedriglöhnen betroffen sind. Zum anstehenden Internationalen Frauentag am 8. März 2010 werden die DGB-Frauen dazu aktiv in die Öffentlichkeit gehen und ihre Forderungen vorstellen.
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Donnerstag, 09.02.2012 - 16:20 - 7107 Seitenaufrufe
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