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Hornissen: Hilfe für die Tiger der Lüfte

26.08.2010

Neben den uns bekannten gelb-schwarzen „Fliegenkillern“, den allgemein als Wespe bezeichneten Insekten, erscheint immer häufiger die Hornisse, Vespa crabra, unsere landesweit größte Wespenart, ins Blickfeld. Beim Klang des Namens fallen vielen nur Angst machende Begriffe wie Aggressivität, Giftigkeit und Gefahr ein. Hier möchte die Untere Landschaftsbehörde der Stadt Hagen einmal mehr eine „Lanze“ für diese sehr nützliche Insektengruppe „brechen“.

Grund hierfür sind die zahlreichen Anfragen und Beschwerden in der Landschaftsbehörde, wenn ein Hornissenvolk entdeckt wird. Wer irgendwo in der Natur einigen Hornissen außerhalb ihres Nestbereiches begegnet, muss jedoch weder mit Angriffen noch mit Stichen rechnen. Stechen würden sie nur, wenn man sie festhalten oder drücken würde oder sich am Nest zu schaffen macht.
Die Untere Landschaftsbehörde der Stadt Hagen ruft zum Schutz von Hornissen aus
Eine Hornisse (Vespa crabra)

Außerhalb ihres Nestbereichs sind Hornissen nicht angriffslustig. Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass das Hornissengift nicht toxischer ist als Bienen- oder Wespengift. Zu Unrecht sagt man diesem noch vor wenigen Jahren von der Ausrottung bedrohten Tier eine besondere Gefährlichkeit nach. In der Regel zeigen sie ihren Unmut zunächst durch immer zahlreicheres drohendes Umfliegen des „Störers“, ohne dabei gleich anzugreifen.

Es ist dann geboten, sich behutsam und ohne heftige Abwehrbewegungen aus dem Nestbereich zurückzuziehen. Die im Boden oder in dunklen Hohlräumen nistenden Wespen wie die gemeine oder deutsche Wespe reagieren in ihrem unmittelbaren Nestbereich und etwa fünf Meter herum mit konsequentem Abwehrverhalten, wie Bienen es auch tun. Sie erreichen zahlenmäßig die größten Volksstärken und haben aus diesem Grunde bei Gefahr viel zu verlieren. Als Störungen im Nestbereich können beispielsweise der Betrieb von Rasenmähern, die Erschütterung ihres Nestes, das Verstellen der Flugbahn oder heftige Bewegungen empfunden werden.

Diese wenigen Störfaktoren kann man sich jedoch gut merken und auch leicht vermeiden. Wie es sich in der Praxis bereits in vielen Fällen erwiesen hat, ist es daher gut möglich, Wespenarten auch im menschlichen Siedlungsbereich, beispielsweise auf Dachböden oder in Schuppen, bei etwas Rücksichtnahme zu belassen, ohne das Probleme zu befürchten wären. Mit ruhigen, gleitenden Bewegungen (etwa so, wie man sich auch dem Nistplatz eines brütenden Vogels nähern würde, um diesen nicht aufzuscheuchen) und unter Vermeidung der genannten Störfaktoren kann man den Nestbereich eines zuvor ungestörten Wespenvolkes sogar betreten.

Nach langsamer Gewöhnung akzeptieren die Tiere es sogar, dass man sie dicht am Nest beobachtet, ohne dass sie drohen oder angreifen. Die Nützlichkeit muss an dieser Stelle deutlich hervorgehoben werden. Etwa 500 Gramm Insektennahrung sammeln beispielsweise Hornissen pro Tag. Diese besteht aus Fliegen, Mücken, Schnaken, Bremsen, Wespen und Bienen. Sie dezimieren aber auch zur Massenvermehrung neigende Forst- oder Obstbaumschädlinge und sind daher ungemein wichtig.

Kurzum, wer Wespen bei sich duldet, hat keine Mücken, Schnaken oder andere lästig werdende Insekten. Und wer Angst hat, dass die Schwarzgelben ins Haus eindringen, heftet Gaze (feinmaschiges Netz) gegen Mücken vor das Fenster. So kann der Hausfrieden wieder hergestellt werden. Es gilt jedoch auch zu beachten, dass außer der zur Massenvermehrung neigenden deutschen Wespe oder gemeinen Wespe die verwandten Arten norwegische Wespe, Hornisse, Mittlere Wespe, Waldwespe, Rote Wespe, Gallische Feldwespe oder Hummeln zu den geschützten Arten gehören und nur mit Genehmigung der Unteren Landschaftsbehörde getötet oder umgesiedelt werden dürfen.

Besonders die mit Schädlingsbekämpfung betrauten Firmen sind bestens gerüstet, die Arten zu unterscheiden und im Bedarfsfall die Behörde zu beteiligen. Für Fragen oder Anregungen stehen die Mitarbeiter des Umweltamtes, Untere Landschaftsbehörde, unter der Rufnummer 02331-2072904 zur Verfügung.



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