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DGB Hagen: „Statt Mehrarbeit für Einige - mehr Arbeit für Viele!“

24.11.2010

Arbeitszeiten nehmen wieder zu – aber Arbeitszeitverkürzung wäre angesagt: Der Hagener DGB verweist auf einen aktuellen Arbeitszeit-Monitor des Instituts für Arbeit und Qualifikation an der Universität Duisburg-Essen. Während in den Krisenjahren 2008/2009 Arbeitszeitverkürzungen wesentlich zur Sicherung von Arbeitsplätzen beigetragen haben, arbeiten viele Beschäftigte wieder erheblich länger.

Bis zum Tiefpunkt der Krise im zweiten Quartal 2009 war die tatsächliche Arbeitszeit der Vollzeitbeschäftigten um fast 1,4 Wochenstunden gegenüber dem Vorjahresquartal zurück gegangen.

In exportorientierten Branchen wie der Metallindustrie betrug die Arbeitszeitverkürzung im selben Zeitraum sogar drei Stunden. Dies zeigt eine Auswertung von Daten der Europäischen Arbeitskräftestichprobe durch das IAQ. Es wird darauf hingewiesen, dass die Kurzarbeit nur eines von mehreren Instrumenten war. Formen individueller Arbeitszeitverkürzung wie der Abbau von Überstunden und von Guthaben auf Arbeitszeitkonten leisteten zusammengenommen sogar einen noch größeren Beitrag.

Für den Hagener DGB-Kreisvorsitzenden Jochen Marquardt zeugen die neuen Entwicklungen nicht von einer guten Perspektive. „Während die Kurzarbeit und der Abbau von Arbeitszeitkonten in der Krise eine wichtige Pufferfunktion eingenommen haben, laufen wir Gefahr wieder in den alten Trott vor der Krise zu verfallen.

Die Beschäftigten haben die Krise über ihre Arbeitsstunden erheblich mitfinanziert und laufen nun Gefahr durch den Wiederaufbau von Überstunden und Zeitkonten den erforderlichen Aufbau von zusätzlichen Arbeitsplätzen zu gefährden.

So verständlich das für viele Kollegen auch in den Betrieben unserer Region ist, so bedauerlich ist es gleichzeitig, dass die Erfahrungen von kürzeren Arbeitszeiten nicht genutzt werden, um die Forderungen nach Arbeitszeitverkürzung mit vollem Lohnausgleich wieder intensiv und verstärkt zu diskutieren,“ so Marquardt. Für den DGB ein wichtiges Diskussionsfeld in der gewerkschaftlichen Debatte.



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