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6. Internationales Symposium über Frittieren
19.05.2011 Trotz Schlankheitswahn und Acrylamid erfreuen sich frittierte Lebensmittel wie Chips, Fischstäbchen oder Pommes frites beim Verbraucher weiterhin großer Beliebtheit. In Hagen treffen sich vom 22. bis 24. Mai 2011 im Arcadeon, Lennestraße 91, mehr als 70 Experten und Wissenschaftler aus ganz Europa, den USA und Kanada zum 6. Internationalen Symposium zum Thema Frittieren.Denn die wirtschaftliche Bedeutung dieses Marktes ist sehr groß. Etwa 7 Milliarden US-Dollar werden allein in Deutschland im Fastfood-Bereich umgesetzt. Weltweit sind es sogar mehr als 200 Milliarden – mit steigender Tendenz. Dieser Bereich belastet auch die natürlichen Ressourcen mit mehr als 20 Millionen Tonnen Pflanzenöl. Da etwa 50 Prozent der Fette Palmöl sind, hat dies auch eine umweltpolitische Bedeutung. Um den weltweiten Bedarf an Palmöl zu decken, werden große Flächen des Urwaldes zerstört. Es wird daher nach anderen geeigneten Fetten oder Fettmischungen gesucht. Auch gesundheitspolitisch ist dieser Markt relevant, da er unter anderem für Herzinfarkt, Darmkrebs und die Fettleibigkeit von Kindern verantwortlich gemacht wird. Das Symposium in Hagen wurde von EURO FED LIPID, der Europäischen Gesellschaft für Fett-Wissenschaften und Technologie in Frankfurt organisiert, um neue Entwicklungen im Bereich Frittieren und Frittieröle zu diskutieren. Nach 2000 und 2004 ist es bereits das dritte Mal, dass Fettwissenschaftler nach Hagen kommen. Das erste Symposium fand 1973 in Münster statt. Es werden Möglichkeiten der Fettreduktion in frittierten Lebensmitteln, Alternativen zu Palmöl als Frittierfett, Vermeidung von Transfettsäuren und anderen gesundheitlich bedenklichen Stoffen diskutiert sowie Möglichkeiten zur Hitzestabilisierung von Ölen behandelt. Beim Erhitzen bilden sich oxidativ veränderte Fettbestandteile (so genannte Monomere oxidierte Triglyceride), die zunehmend in Verdacht geraten, Darmkrebs oder Artheriosklerose zu verursachen. Erstmals wird ein von Dr. Christian Gertz, dem Leiter des Chemischen Untersuchungsamtes Hagen, in Zusammenarbeit mit der Firma Bruker Optics aus Bremen entwickeltes Testsystem zur Analyse von Frittierfetten vorgestellt. Es erlaubt in nur einer Minute eine komplette quantitative Analyse zum thermischen und oxidativen Belastungszustand von Frittierfetten zu erstellen. Die Durchführung der Analyse mit den derzeit vorgeschriebenen amtlichen Untersuchungsverfahren würde im Labor mindestens einen Arbeitstag in Anspruch nehmen. Eine Verbesserung, die dem Verbraucher zu Gute kommt.
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Donnerstag, 24.05.2012 - 00:40 - 292 Seitenaufrufe