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Atypische Beschäftigung bleibt in Hagen weiter hoch

02.10.2014

Die sozialversicherte Beschäftigung in Hagen hat den Stand des Vorkrisenniveaus mittlerweile überwunden. 2013 hatten 66.254 Menschen einen sozialversicherten Job. Dies waren 427 Stellen mehr als in 2007. „Grundsätzlich ist das eine positive Entwicklung, so Jochen Marquardt, Geschäftsführer der DGB Region Ruhr-Mark, „aber leider ist es eine Verschiebung von Voll- auf Teilzeit.

Gab es 2007 noch 53.739 Vollzeitjobs, so ist die Anzahl in 2013 um knapp 4.500 Stellen gesunken.“

Dagegen steigt die Anzahl der atypische Beschäftigung in Hagen; das zeigen aktuelle Auswertungen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung. In Hagen waren demnach in 2013 fast die Hälfte aller abhängigen Beschäftigungsverhältnisse Mini-Jobs, Teilzeitstellen oder Leiharbeit.

Einen deutlichen Anstieg der sozialversicherten Beschäftigung gab es bei der Teilzeit. Sie erhöhte sich seit 2007 um über 5 Prozent. 19,7 % aller sozialversichert Beschäftigten gehen zwischenzeitlich einer Teilzeitbeschäftigung nach. Von dem Beschäftigungsanstieg in Hagen konnten Frauen stärker profitieren als Männer. Seit 2007 ist die Frauenerwerbstätigkeit um 0,7 % angestiegen. Damit waren im vergangenen Jahr 1.393 Frauen mehr in Arbeit als 2007. Gleichzeitig ging die Beschäftigung der Männer in diesem Zeitraum um 966 zurück.

„Der Beschäftigungsaufbau wurde genutzt um mehr prekäre Arbeit zu schaffen. Weniger Vollzeitstellen, mehr Teilzeit und ein kräftiger Anstieg von 450 € Jobs. Wie hoch der Anteil befristeter Stellen ist, kann nur geschätzt werden. Die Krise hat deutliche Spuren hinterlassen.“ so Marquardt weiter.

Im Bereich der Leiharbeit ist zwar eine Verringerung von 319 Arbeitsverhältnissen zu verzeichnen. Inzwischen arbeiten aber 2.795 Menschen, das sind 3,3 % aller sozialversichert Beschäftigten in dieser Form, wobei ein Anstieg bei den Frauen und ein Rückgang bei den Männern zu verzeichnen ist.

Der Anteil der Minijobs hat im Vergleich zu 2007 leicht zugelegt: um 1 Prozent auf 22,7 Prozent der abhängigen Beschäftigungsverhältnisse. „Dazu dürften vor allem Neben-Minijobs beigetragen haben, deren Zahl seit 2007 um über 1.200 zugenommen hat“, erläutert Marquardt. Sozial schlecht abgesicherte Minijobs dienten häufig der Aufbesserung geringer Verdienste in der Hauptbeschäftigung. „Der weiterhin hohe Anteil atypischer Beschäftigung ist nicht unproblematisch. Häufig ist diese Arbeit geringer bezahlt und sozial schlechter abgesichert als im Normalarbeitsverhältnis, das gilt insbesondere für Leiharbeit und Minijobs“, sagt der DGB Geschäftsführer Marquardt.



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