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Universität Oxford bestätigt Datierung des ältesten Westfalen aus Hagen

22.05.2005

Rund 10.700 Jahre ist der in einer Höhle in Hagen vom Arbeitskreis Kluterthöhle e.V. im Frühjahr 2004 gefundene ca. 35-40 Jahre alte Mann.

Diese sensationelle Datierung eines Mannes aus der älteren Mittelsteinzeit hatte das Leibniz-Labors der Universität Kiel vorgenommen.

Demnach handelt es sich bei diesen menschlichen Überresten nicht nur um den bisher ältesten Hagener, sondern zugleich um den ältesten modernen Menschen aus Westfalen.

Aufgrund der hohen Bedeutung des Fundes beauftragte das Historische Centrum Hagen das Radiokarbon-Laboratorium der Universität Oxford ebenfalls mit der Datierung der gleichen Proben der menschlichen Überreste. Die nun vorliegenden Ergebnisse des C14-Labors der Universität Oxford bestätigen die von Professor Grootes an der Universität Kiel gewonnen Radiokarbondaten.

Sie entsprechen zum Teil bis auf das Jahr genau den dort ermittelten Befunden. Normalerweise weichen die Daten von unterschiedlichen Laboren immer ein wenig ab. Bei vielen anderen Proben beträgt die Abweichung sogar mehrere Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte. Insofern ist die zeitlich fast genaue Übereinstimmung der Daten aus Oxford und Kiel etwas besonderes.

Weitere Funde aus der Hagener Höhle, die derzeit von international renommierten Wissenschaftlern des Neanderthal Museums und der Universität Hamburg ausgewertet werden, wurden vom Kieler Institut auf 5.600 Jahre datiert. So lebte eine junge Frau (zwischen 17 und 22 Jahren) in der Jungsteinzeit, das heißt rund 5.000 Jahre später als der älteste Westfale wurde sie in der Hagener Höhle bestattet. Für die Archäologen ist auch dieses Datum von großer Bedeutung, beinhaltet es doch einen ebenso sensationellen Fund aus einer bisher wenig erforschten Zeit in Mitteleuropa. Auch diese Datierung konnte von der Universität Oxford nun bestätigt werden.

Prof. Grootes von der Universität Kiel ist sehr zufrieden mit den statistisch hervorragenden Ergebnissen, die die beteiligten Wissenschaftler mit der ausgezeichneten Erhaltung der Jahrtausende alten menschlichen Überreste und den offensichtlich außergewöhnlich guten Sedimentbedingungen in der Fundhöhle erklären.

So blieb in der Höhle vieles von dem erhalten, was zum Beispiel in Gräbern im Freiland längst vergangen ist. Davon konnten sich mehrere Wissenschaftler in den letzten Wochen bei Begehungen der durch Stadt und Polizei aufwendig gesicherten Höhle überzeugen.

Für die zukünftige Untersuchung der archäologischen Funde aus der Höhle sowie der gesamten Fundregion ergeben sich aus den an der Universität Oxford gewonnenen Daten wertvolle Hinweise. Nicht zuletzt steht nun das Alter der Funde mit absoluter Sicherheit fest, da die an der Universität Kiel ermittelten Daten den Ergebnissen eines weiteren Labors entsprechen. Das wiederum unterstreicht den außergewöhnlichen Charakter und die hohe überregionale Bedeutung der Hagener Funde.

Und es bleibt spannend, denn es liegt das Ergebnis einer weiteren Datierung vor, die der wissenschaftlich fundierten Analyse und Interpretation bedarf: Das Historische Centrum Hagen koordiniert einen Arbeitskreis von Wissenschaftlern zur Erforschung der Hagener Höhle, zu dem auch Herr Dr. Volker Wrede vom Geologischen Dienst NRW gehört.

In seinem Auftrag hatte das Institut für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsaufgaben in Hannover unter Leitung von Prof. Dr. Frechen eine Holzkohlenprobe aus der Höhle ebensfalls einer Radiokarbonuntersuchung unterzogen. Diese Holzkohlenprobe wurde datiert auf ein Alter von ca. 9.535 bis 9.375 Jahren. Für die vorläufige Auswertung der Datierung kann dieses Ergebnis unter Umständen bedeuten, dass es vielleicht einen sogenannten dritten Horizont in der Hagener Höhle geben könnte. Das würde bedeuten, dass die Höhle nicht nur vor 10.700 und vor 5.600 Jahren von Menschen aufgesucht wurde, sondern eventuell auch vor ca. 9.400 Jahren.

Um dazu eine vertretbare Aussage zu treffen, sind weitere Forschungen notwendig, denn auf welche Weise die Holzkohle in die Höhle kam, und ob es überhaupt Zusammenhänge zwischen den in der Höhle gefundenen insgesamt mindestens sieben Individuen und den vielen Holzkohlstückchen gibt, müssen die zukünftigen Grabungen zeigen.

Bisher wurde jedenfalls noch keine Feuerstelle ausgemacht, die mit den menschlichen Überresten und der Holzkohle in Zusammenhang stehen könnte.



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Wasserschloss Werdringen

Logo Wasserschloss Werdringen Werdringen 1
58089 Hagen
Tel: 02331/3067266

Öffnungszeiten:
Mi. - So. von 10.00 – 17.00 Uhr
Eintritt
Erwachsene / Kinder: 3,20 / 1,80 Euro
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