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Zeitreise durch Hagen

21.10.2005

Feierliche Eröffnung am Sonntag - Dauerausstellung des Stadtmuseums lädt zu einer Zeitreise durch Hagen.

Hagen - eine Stadt mit Geschichte - unter diesem Motto steht die neue Dauerausstellung im Historischen Centrum Hagen.

Auf 350 Quadratmetern wird in den Räumen des Stadtmuseums in der Wippermann-Passgae, Eilper Straße 71-75, die Hagener Vergangenheit interessant aufbereitet und eindrucksvoll präsentiert. Faustkeil, Kettenhemd, Dröppelminna, Dampfmaschine, Pickelhaube, Fliegerbombe und Petticoatkleid aus den 1950er Jahren sind nur einige Beispiele aus dem reichen Fundus an Ausstellungsstücken.

Die Entwicklung des Ortes vom kleinen Flecken zur modernen Großstadt wird dokumentiert durch zahlreiche Gemälde, Stiche und Fotografien. Eingebettet sind alle Exponate in eine moderne Konzeption und ansprechende Ausstellungsarchitektur. Abgeholt werden die Besucher in der Gegenwart. Beim Betreten der Ausstellung wird die Stadt in aufwändigen Video-Animationen mit zeitgenössischem und historischem Filmmaterial präsentiert.

Eine Zeitmaschine, mit der die Besucher eine Reise in Hagens Vergangenheit unternehmen können, findet sich gleich nebenan. Mit dieser einzigartigen Apparatur lässt sich ein Videofilm so steuern, dass die Hagener Vergangenheit förmlich an einem vorüber fliegt. In sieben Bereichen geht es dann weiter durch die Ausstellung, von versteinerten Vorzeitfunden bis zum Strukturwandel der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts.

Zwar geht es in der Ausstellung in erster Linie um die Stadtgeschichte, doch auch der Zeit vor der Stadtgründung wird breiter Raum zugemessen. Keimzelle des Kirchspiels und des Gerichts, das im 12. Jahrhundert aus dem Dunkel der mittelalterlichen Grundherrschaft auftauchte, war die Johanniskirche.

Bereits vom 9. bis zum 12. Jahrhundert existierte in Hagen-Delstern eine kleine Handwerkersiedlung. Grabungsfunde aus dieser Zeit, wie beispielsweise Messerklingen und Reste von Gefäßen, werden in der Ausstellung gezeigt.

Nachdem Hagen 1717 zum akzisebaren Flecken geworden war, wurden schließlich am 3. September 1746 durch König Friedrich II. von Preußen die Stadtrechte verliehen. Schmuckstück dieser Abteilung ist kostbares Porzellan aus der Sammlung Laufenberg-Wittmann, darunter das weltbekannte Service mit dem Kostümierten Federvieh. Eine wichtige Rolle in der Ausstellung nimmt der Aufbruch in die Moderne um 1800 ein.

Geprägt von den Umwälzungen der Französischen Revolution und der Aufklärung entfaltete sich im Raum Hagen ein reiches kulturelles Leben. Wirtschaft und Gesellschaft waren einem Wandel unterzogen. Anhand von ausgewählten Exponaten werden verschiedene Aspekte beleuchtet. Johann Friedrich Möller, dem bekannten Pfarrer von Elsey, ist eine eigene Vitrine gewidmet.

Im 19. Jahrhundert begann der Aufstieg Hagens zur führenden Stadt des märkischen Sauerlandes und südlich der Ruhr. Zwischen 1830 und 1867 wuchs die Bevölkerung der Stadt um über 500 Prozent. In der Ausstellung ist die Entstehung und Ausprägung der Industrialisierung im Raum Hagen nachvollziehbar.

In einem groß angelegten Panorama wird durch interessante Ausstellungsstücke an die Wurzeln der Industrialisierung erinnert. Eine Dampfmaschine steht hier für die Modernisierung des Produktionsprozesses. Auf eine Zeitreise vom Stadtkreis zur Großstadt begeben sich die Ausstellungsbesuche bei der Betrachtung eines überdimensionalen Fotoalbums.

Nach dem ersten Weltkrieg bedeutete die Geburt der 100.000 Einwohnerin 1928 Hagens Aufstieg zur Großstadt. Eine Medaille wurde diesem bedeutenden Ereignis gewidmet. Der Hagener Graphiker Carl Grimm begleitete die Weimarer Zeit bis zum Beginn des Nationalsozialismus. Eine Auswahl seiner hintergründigen Grafiken bilden in der Ausstellung ein Kaleidoskop der Jahre 1919 bis 1933.

Im Januar 1933 begann in Hagen die NS-Diktatur. Unmittelbar nach der Machtergreifung wurde Adolf Hitler zum Ehrenbürger ernannt. Der ihm persönlich überreichte Ehrenbürgerbrief steht wie kein anderes Exponat in der Region und darüber hinaus für den Beginn der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

Am Ende dieser Ausstellungseinheit steht ein Luftschutzkeller mit originalen Einrichtungsgegenständen. Zahlreiche Fotografien zeigen, wie groß das Ausmaß der Zerstörung am Ende des Zweiten Weltkriegs war. Nach 1945 erfolgte der Wiederaufbau der Stadt und des gesellschaftlichen Lebens. Flucht und Vertreibung und die harte Arbeit der Trümmerfrauen in der entbehrungsreichen Zeit der frühen Nachkriegsjahre prägten den Alltag der Menschen. Hier zeigt die Ausstellung so genannte Konversionsartikel, also Gegenstände mit militärischem Ursprung, die umgearbeitet und zivil genutzt wurden, z. B. ein Küchensieb aus einem Stahlhelm oder eine Milchkanne aus einer Granate.

In den 1950er Jahren waren viele Firmen in Hagen Motoren für das Wirtschaftswunder. Ein reich ausgestattetes Schaufenster zeigt 50er Jahre Design. In den 1960er Jahren zeichnete sich ein Strukturwandel ab. Die Stahlstadt entwickelte sich zum Zentrum für Schule und Weiterbildung. An der Schwelle zum neuen Jahrtausend markiert das Projekt Neue Mitte weitere Zukunftsperspektiven.

Am Ende der Ausstellung sind in dem kleinen aber feinen Kino historische Filme über die Stadt zu sehen. Begleitet werden die Besucher auf ihrer Reise durch die Hagener Geschichte durch ein modernes Mediensystem. In jeder Ausstellungseinheit können damit interessant aufbereitete Informationen zu den unterschiedlichsten Themen abgerufen werden. Besonders eingängig sind dabei die kurzen, informativen, dabei aber anschaulichen und verständlichen Videofilme.

Das Publikum entscheidet selbst, wie weit es sich informieren will und kann interaktiv Filme und Informationen je nach Wunsch abrufen. Dem Team des Historischen Centrums Hagen eröffnet das Mediensystem die Möglichkeit, die Informationen an neue Erkenntnisse anzupassen oder um weitere spannende Themen zu erweitern.

Die Baumassnahme Stadtmuseum Hagen wurde in einem komplizierten Modell von Public Private Partnership vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe zu 30 Prozent, die Dauerausstellung zu 50 Prozent aller förderungsfähigen Realisierungsschritte unterstützt.

Ohne diese Förderung, für die die Stadt Hagen dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe herzlich dankt, wären Bau und Einrichtung des Stadtmuseums Hagen im Histoischen Centrum Hagen nicht möglich gewesen. Begleitet wurde die Maßnahme von Dr. Günter Bernhardt vom Westfälischen Museumsamt Münster, für dessen beratende Unterstützung die Stadt Hagen sich ebenfalls herzlich bedankt. Kompetent gestaltet wurde die Dauerausstellung von der Firma bild-werk Expo & Event GmbH, Dortmund, unter der Leitung von Michael Wienand.

Eröffnet wird die neue Dauerausstellung im Historischen Centrum Hagen am Sonntag, 23. Oktober 2005, um 15 Uhr von Hagens Oberbürgermeister Peter Demnitz, Einlass ist ab 14 Uhr. Nach Grußworten von Prof. Dr. Karl Teppe und einer Einführung durch Museumsleiterin Beate Hobein hält Prof. Dr. Ludolf Kuchenbuch den Festvortrag Vom Flecken zur Stadt - Hagen in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Alle Bürger und Bürgerinnen sind bei freiem Eintritt herzlich dazu eingeladen. Ab Dienstag, 25. Oktober 2005, ist die Ausstellung dann täglich von dienstags bis sonntags in der Zeit von 11 bis 18 Uhr zu sehen. Gruppen und Schulklassen können die Ausstellung nach Voranmeldeung auch zu anderen Zeiten besuchen.

Weitere Informationen im Internet unter www.historisches-centrum.de.



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