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Ein Rentier in Hagen

21.12.2005

Was hat ein Rentier in Hagen zu suchen? Auf diese Frage gibt es im Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen ab Freitag, 23. Dezember 2005, eine Antwort.

Ab diesem Tag wird im Museum die naturgetreue Nachbildung eines Rentiers zu sehen sein. Das Rentier gehört allerdings nicht zum märchenhaften Schlitten des Weihnachtsmanns, der bis zur Bescherung am Heiligabend in Werdringen eine Pause eingelegt hat.

Vielmehr ist es künftig ständig im Museum zu sehen. Denn vor über 12.000 Jahren lebten in der Eiszeit sehr viele Rentiere an Ruhr und Lenne. Den Relikten der eiszeitlichen Rentierjäger sind Archäologen auf der Spur, die vor kurzem die Fundlandschaft in Hagen systematisch untersuchen. Mittlerweile sind ihnen viele Orte auf dem Gebiet der Volmestadt bekannt, an denen zahlreiche Funde aus der Zeit der Rentierjäger entdeckt werden konnten.

Rentier im Wasserschloss Werdringen
Doch Rentiere finden sich in Hagen und auch in ganz Westfalen nur noch in Tierparks - und nun auch im Museum Wasserschloss Werdringen. Sie sind jedoch alles andere als ausgestorben. Das Rentier oder Ren ist eine Hirschart mit besonders dichtem Fell, die noch heute in den Tundrenlandschaften des nördlichen Europas und Asiens sowie in Kanada und Grönland bis in arktische Zonen verbreitet ist. Typisch sind die unregelmäßig gewachsenen und weit verzweigten Geweihe. Nur beim Ren tragen beide Geschlechter ein Geweih, das im Herbst abgeworfen wird, wobei die der weiblichen Tiere meist deutlich kleiner sind.

Bei den Rentieren handelt es sich um typische Herdentiere, die sich bei den jährlichen Wanderungen im Frühjahr und Herbst zu großen Verbänden von bis zu 100.000 Tieren zusammenschließen. Außerhalb dieser Zeit leben die Tiere in kleineren Verbänden von zehn bis hundert Tieren. Die Ernährung richtet sich nach dem jahreszeitlichen Angebot, wobei Rentiere als sehr genügsam gelten. Meist werden Gräser, aber auch Rinde und Laub gefressen. Im Winter können die Tiere von Flechten, Moos und Pilzen leben.

Die Nachbildung des Hagener Rentiers, eine so genannte Dermoplastik in hochwertiger Museumsqualität, hat ihren Platz in unmittelbarer Nähe zu den Vitrinen gefunden, die archäologische Funde eiszeitlicher Rentierjägerkulturen enthalten. Denn wie bei den anderen im Museum bereits vorhandenen Tieren auch, besteht immer ein Bezug zur Ausstellung. So lebten vor rund 12.000 Jahren Jägergruppen im Raum Hagen, die sich auf die Jagd von Rentieren spezialisiert hatten. Ihre charakteristischen Pfeilspitzen aus Feuerstein werden in zahlreichen Exemplaren im Museum ausgestellt.

Die archäologischen Fundstellen aus dieser Zeit sind ein Bestandteil der reichhaltigen Fundlandschaft der Region. Sie reicht bis weit in die Zeit des Neandertalers zurück, also über 80.000 Jahre. Das Museum zeigt aus der Zeit der späteiszeitlichen Rentierjäger eine mit Geweihresten von über 500 Tieren gefüllte Vitrine. Sie wurden in der Oeger Höhle bei Hagen-Hohenlimburg gefunden. Wie die Geweihreste in die Höhle gelangten, ist immer noch ein großes Rätsel. Denkbar ist, dass die Überreste der Rentiere von Aasfressern, zum Beispiel von Höhlenhyänen, in die unwirtliche Felshöhle an der Lenne geschleppt wurden.

Da in der Oeger Höhle auch Steinwerkzeuge und Bruchstücke von Geweihgeräten entdeckt werden konnten, kommt auch eine gezielte Jagd durch den eiszeitlichen Menschen in Frage. Auch in einer Höhle an der Hünenpforte fanden sich Überreste von Rentieren zusammen mit steinernen Werkzeugen. Typische Pfeilspitzen zeigen, dass nicht nur in Höhlen, sondern ebenfalls auf den Lenne- und Ruhrterrassen in Hagen immer wieder Rentierjäger der späten Eiszeit gelebt haben. Die Menschen der Eiszeit jagten Rentiere häufig während der jährlichen Wanderungen der Herden.

Der Kölner Archäologe Prof. Dr. Jürgen Richter vermutet im Raum Hagen ein Jagdgebiet der Eiszeitmenschen. Hier schlugen die Rentierjäger für einige Zeit ein Lager auf, um in der Tälern von Ruhr und Lenne sowie auf den Hochflächen die grasenden Herden zu bejagen. Zur Jagd verwendeten die Menschen in der jüngeren Altsteinzeit die so genannte Speerschleuder, ein mit Hilfe eines Holzstabes mit Hakenende geschleuderter Speer, der mit einer Stein- oder Geweihspitze als Projektil versehen war. Am Ende der Eiszeit wurden bereits Pfeil und Bogen bei der Jagd auf Rentiere verwendet.

Bei den erlegten Tieren wurde nicht nur das Fleisch zur Ernährung und das Fell zur Kleidungsherstellung genutzt, sondern auch Sehnen, Knochen und Geweih wurden zur Herstellung von Geschossspitzen für Speere und Pfeile und ihrer Befestigung weiter verwertet.

Im Museum werden die eiszeitlichen Jagdwaffen und Jagdmethoden anhand von Rekonstruktionen anschaulich präsentiert. Viele Gründe, das Rentier in der Weihnachtszeit im Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen zu besuchen.

Wer das Rentier kennen lernen möchte, hat bei einer öffentliche Familienführung, die am zweiten Weihnachtstag, 26. Dezember 2005, um 15 Uhr stattfindet, gute Gelegenheit dazu. Dann gibt es nicht nur einen Überblick über das Museum, sondern auch etwas über die Rentiere und ihre Jäger zu erfahren.



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Wasserschloss Werdringen

Logo Wasserschloss Werdringen Werdringen 1
58089 Hagen
Tel: 02331/3067266

Öffnungszeiten:
Mi. - So. von 10.00 – 17.00 Uhr
Eintritt
Erwachsene / Kinder: 3,20 / 1,80 Euro
Familienkarte 7,00 Euro


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