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Unterrichtsmaterial für Schulen: Historisches Centrum Hagen veröffentlicht DVD mit Zeitzeugenbericht

26.01.2010

Ein wichtiges Dokument der Hagener Geschichte stellt jetzt das Historische Centrum Hagen den Schulen zur Verfügung. Auf einer selbst produzierten DVD mit dem Titel „Die Gleichgültigkeit war das Schlimmste“ erfahren Jugendliche vom Schicksal eines jüdischen Jugendlichen in Hagen zur Zeit des Nationalsozialismus.

Dieser eindrucksvolle Bericht wird jetzt allen Hagener Schulen und denen aus dem Umkreis zur Verfügung gestellt. Lehrerinnen und Lehrer können dann darauf zurückgreifen und ihren Unterricht anschaulich gestalten.

Möglich geworden ist das Projekt durch das große Engagement des Fördervereins des Historischen Centrums Hagen „Pro Stadtgeschichte Hagen e. V.“. Mit Hilfe des engagierten Vereins konnten Fördergelder aus dem Bundesprogramm “VIELFALT TUT GUT - Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ eingeworben werden. Jetzt zeigt sich der Verein hoch erfreut, dass mit der vorliegenden DVD in einer Auflage von 1.000 Stück ein wertvoller Beitrag gegen den Vormarsch rechtsextremer Bestrebungen geleistet wird und das Stadtmuseum Hagen mit diesem Bildungsauftrag vor allen Dingen die Schulen aber auch andere Organisationen unterstützt.

Im Rahmen der Ausstellung „Und sie werden nicht mehr frei – Jugend im Nationalsozialismus“ berichtete der 1923 in Hagen geborene Herbert Shenkman vor Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 12 des Theodor-Heuss-Gymnasiums Hagen über seine Jugend und seine Deportation in verschiedene Konzentrationslager.

Dieser eindrucksvolle Bericht wurde durch eine professionelle Videoaufzeichnung dokumentiert. Damit ist sichergestellt, dass die Erlebnisse eines jüdischen Hagener Jugendlichen für die Nachwelt erhalten bleiben und Jugendliche heute und in Zukunft von seinem Schicksal, das beispielhaft für abertausende andere steht, erfahren.

Durch die Begegnung mit Zeitzeugen werden eindringliche Erlebnisse geschaffen, die auf Jugendliche eine ganz besondere Wirkung haben. Kaum eine andere Form der Vermittlung vermag es, ähnlich eindrucksvolle Nachhaltigkeiten zu erzielen. Mit zunehmender Zeit wird es jedoch immer schwieriger, Zeitzeugen zu finden, die obendrein willens und in der Lage sind, von ihren Erlebnissen zu berichten. Dies trifft in besonderem Maße auf Juden zu, die die Zeit des Nationalsozialismus durchlitten und überlebt haben.

Es sind aber gerade ihre Schilderungen, die eindrucksvoll die Abartigkeiten des nationalsozialistischen Regimes offenlegen. Vor dem Hintergrund der Aufklärung von Jugendlichen über rechtsextreme Bestrebungen sind diese Berichte ganz besonders geeignet, Jugendliche zu beeindrucken und nachhaltige Wirkungen zu erzielen.

Mit der vorliegenden DVD erhalten Schülerinnen und Schüler zu jeder Zeit die Möglichkeit der Auseinandersetzung mit diesem wichtigen Thema. Abgesehen vom Geschichtsunterricht, der in erster Linie für die Aufarbeitung des Nationalsozialismus zuständig ist und damit beste Einsatzmöglichkeiten für die DVD bietet, ergeben sich auch in anderen Fächern, etwa Religion, Ethik, Politik, Sozialwissenschaften und Deutsch, gute Möglichkeiten zur Verwendung der DVD.

Die DVD kann kostenlos bezogen werden beim Historischen Centrum Hagen, Telefon 02331/207-2740 oder info@historisches-centrum.de. Unter derselben Telefonnummer kann man sich auch weiterhin für eine Führung oder ein spezielles Angebot für Schulklassen in der Ausstellung „Und sie werden nicht mehr frei – Jugend im Nationalsozialismus“ anmelden. Die sehenswerte Ausstellung, die noch um Arbeiten aus dem Fotowettbewerb zum Thema „Jugend im Nationalsozialismus“ ergänzt wurde, wird noch bis zum 28. März 2009 gezeigt.
Dietmar Freiesleben, Beate Hauck und Holger Flick vom Historischen Centrum Hagen
Dietmar Freiesleben, Beate Hauck und Holger Flick vom Historischen Centrum Hagen stellen die neue DVD „Die Gleichgültigkeit war das Schlimmste“ vor. (Foto: Michael Kaub/Stadt Hagen)




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Historisches Centrum Hagen

Wippermann-Passage Eilper Straße 71-75
58091 Hagen
Tel: 02331 / 207-2740

Öffnungszeiten: Di – Do und Sa - So: 11.00 –18.00 Uhr
Eintritt: Erw. 2 Euro, Kinder/Ermäßigte 1 Euro


[weitere Informationen]


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