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Prähistorische Befunde in Herbeck freigelegt

16.11.2010

Im Hagener Stadtteil Herbeck wurden am 15. November 2010 die bisherigen Ergebnisse der derzeit laufenden archäologischen Untersuchung vorgestellt. Das zu untersuchende Grundstück von insgesamt gut vier Hektar Fläche befindet sich unmittelbarer Nähe von Herbeck. Erste systematische Untersuchungen erfolgten im Jahre 2008 bei der Erschließung des Grundstücks durch Mitarbeiter der Außenstelle Olpe der LWL-Archäologie für Westfalen.

Damals wurden bereits Siedlungsspuren unterschiedlicher Zeitstellung aufgedeckt. Vor einer weiteren Bebauung musste daher geprüft werden, in welchem Maße auf der Fläche Reste älterer Siedlungsaktivitäten erhalten sind.

Zu diesem Zweck werden momentan im Auftrag der Stadt Hagen und unter der fachlichen Aufsicht der LWL-Archäologie für Westfalen so genannte Baggersondagen durchgeführt. Die Untersuchungen werden in linear verlaufenden, vier Meter breiten und jeweils 20 Meter voneinander entfernten Sondierungsschnitten durchgeführt, die sich über das gesamte Grundstück erstrecken. Bei den bisherigen Untersuchungen handelt es sich um die archäologische Bestandsaufnahme eines Viertels der Gesamtfläche, die Aufschluss darüber geben soll, mit welchen Befunden auf dem nicht untersuchten Bereich zu rechnen ist. Je nach Befundaufkommen können anschließende Ausgrabungen notwendig werden.

Der technische Beigeordnete der Stadt Hagen, Thomas Grothe, begründete die Notwendigkeit der Untersuchungen zum jetzigen Zeitpunkt. Zum einen sei natürlich gerade die Stadt den Belangen des Denkmalschutzes, deren Berücksichtigung sie ja auch von privaten Eigentümern einfordere, verpflichtet. Zum anderen sei eine Vermarktung des Areals, egal ob als kleinteilige Gewerbegrundstücke oder als zusammenhängende Fläche, vor Erkundung der eventuellen archäologischen Funde kaum möglich.

Nach Abschluss der Untersuchung hätten potentielle Investoren die Sicherheit, in dieser Hinsicht von Überraschungen während der Bauzeit verschont zu bleiben.
Im Rahmen der aktuellen Untersuchungen wurden über 30 prähistorische Befunde freigelegt, die anhand von Gebrauchskeramikfunden zeitlich zugeordnet werden konnten. Darunter befanden sich zahlreiche Gruben sowie ein Hausgrundriss. Das ehemalige Gebäude war in nordwestlicher Orientierung, vermutlich zum Bachlauf hin ausgerichtet.

Durchgeführt werden die Arbeiten von der Firma Archbau aus Essen, die seit rund 20 Jahren in diesem Metier tätig ist und unter anderem bei der Bergung des eingestürzten Archivs in Köln sowie bei den archäologischen Vorarbeiten zum Bau der ersten privaten Autobahn in Deutschland, der A8 zwischen Augsburg und München, zum Einsatz kam.

Die derzeitige Witterung erleichtert die Arbeiten nicht gerade. Um eine Gefährdung der Befunde zu vermeiden, wurde eine zweitägige Arbeitsunterbrechung erforderlich. Dennoch ist Grabungsleiter Markus Honold optimistisch: „Wir befinden uns im Augenblick voll im kalkulierten Zeitplan, obwohl in dem Bereich, in dem wir mit den Grabungen begonnen haben, die Oberschicht fast dreimal so mächtig wie erwartet war. Es kann nur besser werden.“

Prof. Dr. Michael Baales und Dr. Eva Cichy von der LWL-Archäologie für Westfalen erläuterten die bisher gemachten Funde. Die für den Laien eher unspektakulär wirkenden Reste von Bauten, Verfärbungen sowie Holzkohle- und Keramikreste sind für die Fachleute durchaus aufschlussreich. Die flächenmäßige Ausdehnung der gefundenen Siedlungsreste lässt auf eine größere Ansiedlung oder auf mehrere kleinere Gehöfte unterschiedlicher Zeitstellung schließen.

So lassen die bisherigen Befunde vermuten, dass von der vorrömischen Eisenzeit bis zum frühen Mittelalter hier gesiedelt wurde, also über einen Zeitraum von mehr als 700 Jahren. Spannend ist unter anderem eine zur Entsorgung genutzte Grube, deren Verfüllung aufgrund ihres Inhalts aus Holzkohle, Rotlehm und Keramikresten auf eine frühmittelalterliche Produktionsstätte für Drehscheibenkeramik in der unmittelbaren Umgebung hinweisen könnte.
Es bleibt somit abzuwarten, ob die weiteren Untersuchungsergebnisse die Vermutung bestätigen, dass schon unsere Vorfahren Herbeck als Wohn- und Gewerbegebiet für sich entdeckt haben.



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