CASTROL Edge FST 5w-30 günstig bei Autoteile Thomzig in Hagen


Auf den Spuren des Lancaster-Bordschützen - Neffe des Fliegers besucht Hagen

07.07.2011

In der Nacht des 20./21. Februar 1945, gegen 1.15 Uhr stürzte ein viermotoriger Lancaster-Bomber der Royal Air Force in den Hagener Stadtwald. Die Maschine war mit ihrer siebenköpfigen Besatzung auf dem Zielanflug auf Dortmund. Deutsche Nachtjäger griffen den über 500 Maschinen umfassenden Angriffsverband an.

Mehr als 15 Lancaster-Bomber wurden abgeschossen, davon schlugen mindesten drei Maschinen auf Hagener Stadtgebiet auf.

Im Jahre 2006 lokalisierte Horst Klötzer, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Historischen Centrums Hagen, die Absturzstellen von zwei Lancaster-Bomber. Die Entdeckung hatte umfangreiche archäologische Untersuchungen und historische Recherchen zur Folge, die noch immer auf ein überregionales Medienecho stoßen.

Aktuell sind im Museum für Ur- und Frühgeschichte Werdringen in Hagen und in der im LWL-Landesmuseum für Archäologie in Herne laufenden nordrhein-westfälischen Landesausstellung „Fundgeschichten“ sind zahlreiche Fundstücke von der Absturzstelle des Bombers zu sehen. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe widmete dem Bomberabsturz in Hagen sowie den Recherchen sogar einen eigenen Film für die Landesausstellung.

Über das Internet kamen Horst Klötzer und Keith Sampson in Kontakt. Sampson ist ein Neffe von Henry Gage (*1923, †1982) aus Bristol im Südwesten Englands. Sergeant Gage gehörte zur Crew des im Hagener Stadtwald abgestürzten Lancaster-Bombers. Seine Aufgabe war es, als Heckschütze in der hinteren Bordwaffenkanzel der Maschine die rückwärtige Verteidigung zu übernehmen. Gage hatte großes Glück und überlebte mit zwei weiteren Kameraden in den frühen Morgenstunden des 21. Februar 1945 den Absturz, vier Besatzungsmitglieder fanden den Tod.

Henry Gage ergriff die Flucht, doch in Hohenlimburg musste er einsehen, dass er keine Chance hatte und stellte sich daraufhin der dortigen Polizei. Über das Polizeigefängnis Dortmund führte seine Gefangenschaft nach Oberursel in das Vernehmungszentrum der Luftwaffe und schließlich in die Kriegsgefangenenlager bei Nürnberg und Moosburg, wo er Ende April 1945 durch Truppen der 3. US-Army befreit wurde. Während der Gefangenschaft führte er ein Tagebuch, das im Besitz seiner Tochter erhalten geblieben ist.

Keith Sampson hatte sich schon früh für das Schicksal seines Onkels Henry interessiert. Er recherchierte über sein Leben sowie über seine Dienstzeit im britischen Bomber Command. Im Internet stieß er dann auf die Untersuchung der Absturzstelle in Hagen, über die auch das Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtet hatte. Die detaillierten Untersuchungsergebnisse des Historischen Centrums Hagen ermöglichten ihm eine rasche Identifizierung der Absturzstelle: Hier wurden die Trümmer der Maschine gefunden, zu deren Crew sein Onkel gehörte.

Heute (6. Juli 2011) besuchte Keith Sampson, der von seinem Freund Martin Davies (45) begleitet wurde, das Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen, um sich über die Funde aus dem Bomber zu informieren. In einer Vitrine mit Neufunden aus der Region sind auch mehrere Teile der Lancaster ausgestellt. Darunter befinden sich ein Bordfeuerlöscher und eine Morsetaste.

Nach dem Museumsbesuch ließ sich Keith Sampson die Absturzstelle zeigen. Im Gelände sind noch heute Trichter und Einschlagkrater zu sehen. In mehreren Grabungen haben die LWL-Archäologie für Westfalen und das Historische Centrum Hagen gründlich untersucht und zahlreiche Funde geborgen, die Dutzende Kisten und Regale füllen.

Keith Sampson und sein Freund Martin Davies waren tief beeindruckt – von den Fundstücken, der Absturzstelle und den Erkenntnissen der Archäologen und Historikern in Hagen. Eine Reise, die nicht nur von England nach Deutschland führte, sondern auch seine Familiengeschichte berührte. Es war eigentlich nur Glück, dass sein Onkel den Absturz und den Krieg überlebt hatte. Ihm hätte es ergehen könnten wie dem Sergant Thomas D. Scoot, der im März 1945 über Hagen aus seiner von der Flugabwehr beschädigten Maschine mit dem Fallschirm abgesprungen war und einige Wochen später durch die Geheime Staatspolizei in einem Bombenkrater ermordet wurde.

Ein ungewöhnliches Fundstück, das im Hagener Museum zu sehen ist, ist eine Fliegeruhr der Schweizer Firma Mido. Sie wurde beim Absturz des Bombers durch Hitze und Feuer beschädigt. In das Zifferblatt hatten sich die Stunden- und Minutenzeiger eingebrannt. Ihre Spuren dokumentieren heute noch viele Jahrzehnte nach dem Absturz den Zeitpunkt des tragischen Geschehens.

Gegenstände, die den Zeitpunkt eines historischen Ereignisses erhalten haben, sind selten überliefert. Ein bekanntes Beispiel sind einige in der japanischen Stadt Hiroshima gefundene Armbanduhren. Sie waren zum Zeitpunkt der Explosion der Atombombe am 6. August 1945, um 8.15 Uhr Ortszeit, ausgefallen. Wie bei der Fliegeruhr eines unbekannten Besatzungsmitglieds des in Hagen abgestürzten britischen Bombers blieb im Wortsinn die Zeit stehen und wurde konserviert.

Weitere Informationen über Henry Gage und den Bomberabsturz in Hagen im Internet unter:
www.westfaelische-geschichte.de/web172
www.westfaelische-geschichte.de/web623



weitere Berichte zum Thema Geschichte

Neue Ausgrabungsfunde im Wasserschloss Werdringen zu sehen

[12.05.2011 - Geschichte] Lange war er auf Wanderschaft, der Schädel des „ältesten Westfalen“, gefunden in der Hagener Blätterhöhle. Bei seinem Alter von rund 10.500 Jahren fallen die paar Monate, die er im Ruhr Museum auf der Zeche Zollverein in Essen und im Stadtmuseum Hagen zu sehen war, kaum ins Gewicht. [...lesen]

Ordnung der Hagen-Hochwalder Mark von 1551 wiedergefunden

[31.03.2011 - Geschichte] Die originalgetreue Reproduktion eines mehr als 450 Jahre alten Dokuments konnte die Leiterin des Historischen Centrums Hagen, Beate Hauck, jetzt dem Stadtarchiv zuführen. Es handelt sich um die 1551 aufgezeichnete Ordnung der Hagen-Hochwalder Mark. [...lesen]

Hagener Ausstellung als erfolgreiches Beispiel geehrt

[13.02.2011 - Geschichte] Die Ausstellung „Und sie werden nicht mehr frei – Jugend im Nationalsozialismus“ im Stadtmuseum Hagen zeigte in den Jahren 2009 und 2010 eindringlich, welchen Einfluss der Nationalsozialismus auf Kinder und Jugendliche nahm. 300 Schulklassen mit mehr als 7.000 Schülerinnen und Schülern konnte das Thema eindrucksvoll vermittelt werden. [...lesen]

Bild zum Artikel: Archäologie in Hagen. Die Erforschung einer Geschichtslandschaft

Archäologie in Hagen. Die Erforschung einer Geschichtslandschaft

[29.11.2010 - Geschichte] Die Großstadt Hagen ist das Oberzentrum der südwestfälischen Region Mark. Gelegen auf der Schwelle vom gebirgigen Sauerland hin zum Ruhrgebiet und dem Westfälischen Flachland, weist kaum eine andere Region in Westfalen so viele Denkmäler aus geologischer, archäologischer und historischer Zeit auf. [...lesen]

Bild zum Artikel: Preisträger des Fotowettbewerbs im Historischen Centrum Hagen geehrt

Preisträger des Fotowettbewerbs im Historischen Centrum Hagen geehrt

[26.01.2010 - Geschichte] Im Historischen Centrum Hagen wurden heute durch Bürgermeister Dr. Hans-Dieter Fischer die Preisträger des Fotowettbewerbs, der im Rahmen der Ausstellung „Und sie werden nicht mehr frei – Jugend im Nationalsozialismus“ durchgeführt wurde, geehrt. Jugendliche waren aufgerufen, sich mit Leben und Alltag ihrer Altersgenossen zur Zeit des Nationalsozialismus auseinander zu setzen. [...lesen]

Bild zum Artikel: Unterrichtsmaterial für Schulen: Historisches Centrum Hagen veröffentlicht DVD mit Zeitzeugenbericht

Unterrichtsmaterial für Schulen: Historisches Centrum Hagen veröffentlicht DVD mit Zeitzeugenbericht

[26.01.2010 - Geschichte] Ein wichtiges Dokument der Hagener Geschichte stellt jetzt das Historische Centrum Hagen den Schulen zur Verfügung. Auf einer selbst produzierten DVD mit dem Titel „Die Gleichgültigkeit war das Schlimmste“ erfahren Jugendliche vom Schicksal eines jüdischen Jugendlichen in Hagen zur Zeit des Nationalsozialismus. [...lesen]

Bild zum Artikel: Plädoyer gegen die Gleichgültigkeit

Plädoyer gegen die Gleichgültigkeit

[16.09.2009 - Geschichte] 500 Schüler lauschen Zeitzeugen im Stadtmuseum Hagen - Auf eine erfolgreiche Woche blickt das aus allen Nähten platzende Stadtmuseum Hagen zurück. Dort war Herbert Shenkman zu Gast, der Schülerinnen und Schülern über seine Jugend in Hagen erzählte. Der heute 86-jährige erlebte Kindheit und Jugend in Hagen, bis er 1942 nach Theresienstadt und von dort in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert wurde. [...lesen]


Artikel: 1-8 / 8 - Seiten: 1   |  
Wasserschloss Werdringen

Logo Wasserschloss Werdringen Werdringen 1
58089 Hagen
Tel: 02331/3067266

Öffnungszeiten:
Mi. - So. von 10.00 – 17.00 Uhr
Eintritt
Erwachsene / Kinder: 3,20 / 1,80 Euro
Familienkarte 7,00 Euro


[weitere Informationen]


(Anmerkung: Der Artikel bezieht sich auf dieses "Nutzerprofil", oder wurde durch diesen Nutzer eingesendet.)

Ihre Nachrichten bei Hagen-58.de:

  • Ihre Berichte werden in der Datenbank archiviert und sind so in Zukunft jederzeit abrufbar
  • Sie erreichen zusätzliche Leser
  • Jeder Bericht wird durch Suchmaschinen indexiert
  • Durch thematische Gruppierung werden dem Leser "ähnliche" Berichte angeboten
  • Wir berichten in der Kategorie "Markt" über Firmen-Gründungen oder Neueröffnungen
>> Bericht an die Redaktion


Anzeigen:
Kultur nach Themen:
Aktion.(31), Archaeologie.(18), Architektur.(3), Auftritt.(6), Ausstellung.(43), Benefiz.(1), Event.(85), Fest/Party.(2), Fuehrung.(3), Geschichte.(8), Jugend.(20), Kinder.(25), Kino.(1), Konzert.(12), Lesung.(2), Lyrik.(15), Reise.(5), Senioren.(1), Service.(57), Tanz.(34), Theater.(11), Zeremonie.(6),
  Nachrichten   Veranstaltungen   Verzeichnisse
  Übersicht | Kultur | Sport | Markt | Stadt & Bildung
 Hagen > Nachrichten > Kultur > Geschichte

Mittwoch, 13.12.2017 - 16:05  - 563 Seitenaufrufe 

Autoteile Thomzig in Hagen