Wirtschaftswachstum mit neuen Gewerbe- und Industrieflächen

30.03.2004

Die Vollversammlung der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) fordert die Städte und Kommunen auf, mehr Gewerbeflächen zur Verfügung zu stellen und diese darüber hinaus besser als bislang zu nutzen. Eine der SIHK-Vollversammlung vorgestellte Studie zeigt auf, dass deutlich weniger als die Hälfte neu erschlossener Fläche tatsächlich für Gewerbe und Industrie genutzt wird. Der Rest sind überwiegend Grün- und Verkehrsflächen. Jahrzehntelang wurde die Wirtschaft, insbesondere aber die Industrie in der Märkischen Region als Hauptursache für den Landschaftsverbrauch und dem sorglosen Umgang mit der Natur gesehen. Die umfangreiche Studie, die mit vielen bisherigen Vorurteilen aufräumt, wurde gemeinsam von der SIHK, den Naturschutzverbänden, federführend dem BUND, in Auftrag gegeben.


Die Studie wertet 50 Bebauungspläne für industriell/gewerbliche Nutzungen aus den Jahren 1990 bis 2001 aus. Die Analysen sind verblüffend. Von den 600 Hektar realisierter Bauleitplanung werden nur 280 Hektar, also 46 Prozent, als gewerblich industrielles Bauland ausgewiesen. Das bedeutet, noch während der kommunalen Planung gehen mehr als die Hälfte des Bebauungsplangebietes verloren. 160 Hektar, das entspricht 27 Prozent, wurden allein an Grün- und Ausgleichsflächen mit vergleichsweise geringer ökologischer Funktion in diesen Bebauungsplänen festgesetzt – Flächen die auf diesem Weg erneut als wertvolle Gewerbefläche verloren gehen. Darüber hinaus führen Fehlnutzungen mit Einzelhandel, Wohnen, Sport und Freizeit in den Industriegebieten zu weiterem Verlust dringend benötigter Industrieflächen. Kleine Dienstleister und Handwerksbetriebe sollten stattdessen innerstädtische Flächen besser nutzen.

Mehr Arbeitsplätze nach Investitionen

Der lokale Bedarf bestimmt die Nutzung neuer Gewerbeflächen. 84 Prozent der Unternehmen stammen aus der unmittelbaren Umgebung. Besonders die mittelständische Industrie als Jobmaschine kann sich nur bei einer entsprechend umsichtigen Flächenpolitik entwickeln. Erfreulicherweise haben 72 Prozent der Unternehmen mit der Investition in einen neuen Standort auch die Beschäftigungszahl erhöht. „53 Prozent der Unternehmen investierten auf Grund von Platzmangel. Genügend Gewerbefläche bedeutet auch ein hohes Maß an Arbeitsplatzsicherheit“, betonte Manfred Rahmede, Stellvertretender SIHK-Hauptgeschäftsführer.

Interkommunale Gewerbegebiete bei Investoren beliebt

Die Studie enthält eine Reihe von Handlungsempfehlungen: Ein wesentlicher Aspekt ist dabei die interkommunale Zusammenarbeit. „Um den Flächenbedarf der mittelständischen Industrie zu sichern, wird künftig kein Weg mehr daran vorbeiführen. Damit wird auf der einen Seite der unterschiedlichsten Standortanforderungen der Investoren entsprochen, zum anderen aber auch die Konkurrenzsituation zwischen den Kommunen abgebaut“, sagte Manfred Rahmede. Weitere Potenziale liegen in der Optimierung der Erschließung sowie einer bebauungsgerechten Gestaltung der Grundstücke neuer Gewerbegebiete.

Die Studie liegt auf CD vor. Rückfragen beantwortet bei der SIHK

Frank Bendig
Telefon (0 23 51) 90 94-14

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