Wie spare ich jährlich 4 Millionen Euro?
14.05.2004
Durch die Ergebnisse der Meinungsumfrage „WP-Bürgerbarometer“ besteht ein dringender Bedarf die Stadtplanung in Hagen etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.
Aus dem Umfrage-Ergebnis:
- 82 Prozent sind angesichts leerer Kassen gegen den Neubau eines Emil-Schumacher-Museums.
- 40 Prozent der Befragten bezeichneten das Projekt einer Basketball-Großsporthalle als wichtig oder sogar äußerst wichtig.
Die „Kultur“ schneidet hier sehr schlecht ab, aber unter Berücksichtigung der unterschiedlichen lokalen Bekanntheitsgrade der Marken „Basketball“ und „
Emil Schumacher“, ist dieses Ergebnis nicht besonders überraschend.
Eine eigene Befragung einer zugegebenermaßen kleinen Kontrollgruppe von 5 Probanten hat ergeben, dass nur 20% etwas mit einem Schumacher aus Hagen anfangen konnten. 80% hielten den Museums-Standort Kerpen für sinnvoller…
Brauchen wir also ein Schumacher Museum? – Sicherlich, aber anstatt darüber Nachzudenken dieses neue Produkt in einer „alten“ Verpackung zu vermarkten, muss etwas Neues her.
Dieses – durchaus ansprechende - 25 Millionen Euro „Ding“ könnte durchaus eine neue Last auf dem Rücken des eh schon bebeutelten Steuerzahlers werden. Es schmerzt umso mehr, wenn man den Sinn des Ganzen nicht erkennt. Hier sollte dringend ein wenig Marketing betrieben werden.
Was bringt so ein Schumacher Museum an Umsatz?
Wie viele „Japaner“ werden wir in Hagen begrüßen dürfen, um diese mit "
Emil Schumacher Devotionalien" auszustatten?
Eine Betrachtung des ganzen Projektes unter diesen Gesichtspunkten sollte für eine etwas bessere Akzeptanz in der Bevölkerung sorgen.
Der schon aufgeworfene Gedanke einen Standort für das Emil Schumacher-Museum im Gebäude-Bestand zu suchen sollte einmal zu Ende gedacht werden.
wir haben:
- 1. Defizite der Stadthallen-Betriebs GmbH
- 2. Zu erwartende Zinslasten aus einem Neubau für das Emil Schumacher Museum
wir brauchen:
- 1. ein größere Halle für Top Events
- 2. eine große und moderne Sportarena
Schumacher / Stadthalle
Wenn das Emil-Schumacher-Museum in die Stadthalle „eingebaut“ wird, sollte dies über den Daumen etwa die Hälfte der anvisierten Investition von 25 Millionen Euro sparen. Damit würde „im Betrieb“ die Zinslast um etwa 750.000 Euro jährlich sinken.
Hinzu kommt die Einsparung des jährlichen Defizits der Stadthallen-Betriebs GmbH.
Alles in allem sollten wir durch diesen Zug etwa 1,5 Millionen Euro pro Jahr besser da stehen.
Ein weiteres Argument für die „Stadthallen-Lösung“ wäre die Verkehrsanbindung. Der große Parkplatz sollte dem zu erwartenden Besucheraufkommen gewachsen sein. Ein Pendelbus könnte zwischen Stadthalle und Karl-Ernst-Osthaus Museum (oder Rathaus) eingesetzt werden.
Multifunktionshalle
Wenn ein Profi-Verein einen Etat von sagen wir mal 4 Millionen Euro pro Jahr aufweisen kann, dann sollte etwa die Hälfte davon in Form von Steuern beim Staat landen. Hinzu kommt noch die Beteiligung am Umsatz. Bei jeder verkauften Eintrittskarte, jedem getrunkenen Bier klingelt die Kasse bei Herrn Eichel.
Jeder private Investor würde sofort ein passendes Etablissement zu Verfügung stellen, wenn er an allen Umsätzen in derartiger Höhe beteiligt wäre. Es wird gerne von leeren Kassen gesprochen, aber es werden auch keine Projekte gefördert, die mittelfristig die Kasse wieder füllen würden.
Die Stadthallen-Betriebs-GmbH könnte endlich der Schuldenfalle entkommen. Wenn, sagen wir, 5.000 statt 2.000 Plätze zur Verfügung stehen steigt der maximale Umsatz pro Veranstaltung um 250%. Zusätzlich werden Künstler in Hagen Station machen, die uns bisher gemieden haben, da es sich nicht gelohnte.
Die fixen Kosten der Stadthallen-Betriebs GmbH sollten nicht sonderlich steigen, da der Planungs- und Marketingaufwand auf dem aktuellen Stand bleibt.
Fazit
Unterstellen wir der Stadthallen-Betriebs-GmbH mit erweiterten Kapazitäten lediglich eine schwarze
0, sparen wir durch die günstigere „Schumacher-Lösung“ jährlich weitere 750.000 Euro und kassieren wir bei den Profi-Basketballern richtig ab, dann bleibt unter dem Strich eine jährliche Ersparnis von etwa 4 Millionen Euro für die öffentlichen Kassen.
Bei dieser Rechnung stehen die so genannten „Synergie-Effekte“ noch außen vor. Der „Schumacher-Tourist“ mag noch den einen oder anderen Euro in Hagen lassen. Die Anziehung des Hagener Sports, gerade in Richtung Märkischen Kreis mag weiter wachsen und dringend benötigte Konsumenten in die Stadt locken.
Es wird heutzutage viel über die Sanierung der angeschlagenen BRD gesprochen. Das Budget wird aber lediglich zum Erhalt althergebrachter Strukturen verwendet. Eine neue Halle würde nicht nur unseren „Mikrokosmos“ aufwerten, sondern auch die öffentliche Kassenlage…
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