East Art Museum

Datum: 11.09.2005 bis 13.11.2005

Eine Ausstellung der East Art Map – eine (Re)Konstruktion der Geschichte zeitgenössischer Kunst (1945 – 1985) in Osteuropa.

In der Ausstellung befinden sich Werke von:

Marina Abramović - Apt Art – Alexander Arefiev – Jerzy Bereś - Valery Cherkasow - Mikhail Chernyshev – Christo & Jeanne-Claude - Collective Actions - Conceptional Seminar – Braco Dimitrijević – Miklos Erdély – Stano Filko – Gorgona – Tomislav Gotovac – Jon Grigorescu – Fransiscco Infante – Olga Jevrić – Ilya Kabakov – Lajos Kassák - Julije Knifer – Milan Knižak – Jiří Kolář – Julius Koller – Vitaly Komar – Jiří Kovanda – Ivan Kožarić – Natalia Lach-Lachovic – Kasimir Malevich aus Belgrad – Karel Malich – Mangelos – Alexander Melamid – Boris Mikhailov – Paul Neagu - Group OHO – Roman Opalka – Neša Paripović – Vladan Radovanović – Evgeny Ruhkin – Leonid Šeika – Zdenĕk Sýkora – Balint Szombathy - The Nest – Raša Todosijević – Ladislaw Žák


East Art Map – East Art Museum Ziel der von der slowenischen Künstlergruppe IRWIN initiierten EAST ART MAP ist, die zeitgenössische Kunst des gesamten osteuropäischen Raums im Zusammenhang darzustellen.

Einladung zur Ausstellung East Art Museum
East Art Museum


Die Grundlagen für die EAST ART MAP wurde zwischen 2001 und 2003 von zahlreichen osteuropäischen Kunstkritikern und Kunsthistorikern erarbeitet und von der Zeitschrift NEW MOMENT publiziert. Das EAST ART MUSEUM stellt eine Auswahl aus den in der East ART Map dokumentieren Kunstwerken dar und präsentiert sie zum ersten Mal in einem Zusammenhang. Dabei wird diese Auswahl als Auswahl aus einem größeren Zusammenhang kenntlich gemacht und so auf das Auswählen als eine Grundbedingung für die Konstruktion von historischen Zusammenhängen hingewiesen.

Performance von Marina Abramović
In den zweiundzwanzig ehemals sozialistischen Ländern Ost- und Südosteuropas hat sich bis heute kein außerhalb der jeweiligen Landesgrenzen akzeptiertes Bezugssystem etablieren können, das kunstgeschichtlich bedeutsame Ereignisse, Kunstwerke und Künstler dieser Region in einem Zusammenhang wahrnehmen ließe. Stattdessen begegnen wir ganz unterschiedlichen Geschichtskonstruktionen und kunsthistorischen Systemen, die meistens nicht über die nationalen Grenzen hinausgehen, häufig lokale Bedingungen und Ansprüche zu generalisieren versuchen und nicht selten neben den jeweils offiziellen Kunstgeschichten eine Reihe von Geschichten und Legenden über Kunst und Künstler transportieren, die die offizielle Kunstszene ablehnten. So sind insbesondere für die Länder, in denen die Ausübung künstlerischer Berufe aus politischen Gründen beschränkt war oder sie vom Staat kontrolliert wurde, neben den allfälligen ökonomischen Problemen weitere spezielle Faktoren zu verzeichnen, die die Kunstproduktion der Jahre zwischen 1945 bis 1990 bestimmten und sie für uns heute so unübersichtlich machen.

Werk von Ilya Kabakov
In diesem Zusammenhang ist auch fest zu halten, dass viele Künstler, die aus den Ländern hinter dem Eisernen Vorhang stammen, ihre Heimat schon in den 50er und 60er Jahren oder so frühzeitig wie für sie individuell möglich verließen und als Emigranten in der westlichen Kunstwelt Karriere machten. Gerade auch dann, wenn diese Künstler sich jetzt auf ihre Wurzeln besinnen, stellt sich für eine EAST ART MAP das Problem, ob sie zur East Art hinzugerechnet werden können oder nicht. Dies trifft, allerdings mit einem gänzlichen anderen Akzent, auch auf die Gruppe der Künstlerinnen und Künstler zu, die in welcher Form und aus welchen Gründen auch immer mit den jeweiligen Regimes in ihren Ländern kooperiert haben oder von ihnen aufgrund ihres Ansehens geduldet wurden: Sollen sie die East Art Map ein- oder von ihr ausgeschlossen werden? Und wer trifft entsprechende Entscheidungen, und wer kann sie verantworten?

In den zahlreichen Ausstellungen, die in den letzten Jahrzehnten zur Osteuropäischen Kunst veranstaltet wurden, werden diese Fragen meistens pragmatisch oder mit dem Hinweis umgangen, dass man nur eine (temporäre) Ausstellung veranstalte und bei einer anderen die Künstlerliste anders zusammengesetzt sein könne. Demgegenüber stellt der Vorschlag, die EAST ART MAP zur Grundlage für ein EAST ART MUSEUM zu machen, den Versuch dar, diese Fragestellung offensiv anzugehen. Denn mit der Überlegung, ein Museum zu gründen, stellt sich sofort die Frage, wie seine Sammlungen beschaffen sein sollen und wie und von wem entsprechende Entscheidungen getroffen werden. Dies gilt auch für den Vorschlag, das zunächst EAST ART MUSEUM in Form einer (temporären) Ausstellung zu skizzieren.

Weitere Informationen zum Projekt EAST ART MAP finden Sie im Internet unter
www.eastartmap.org

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