Tag des offenen Denkmals 2008

Datum: 14.09.2008 - Beginn: 11:00 Uhr

„Aufdecken, entdecken, enthüllen“ steht in diesem Jahr im Mittelpunkt des Tages des offenen Denkmals, der am 14. September 2008 auch in Hagen stattfindet. Archäologie und Bauforschung sind zwei Themengebiete der Denkmalpflege, die es in sich haben. Seit 1993 wird der Tag des offenen Denkmals bundesweit von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz initiiert und jedes Jahr wird das Thema auch von dort vorgegeben.

Selten traf sich das jedoch so gut wie in diesem Jahr, denn in Hagen haben Archäologie und Bauforschung gerade in letzter Zeit Bemerkenswertes ans Licht gebracht. Umso mehr freuen sich die Mitarbeiter der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Hagen, diese Dinge der Öffentlichkeit im Rahmen des mittlerweile etablierten Tages vorstellen zu können.

So spannt sich der Bogen der Objekte vom Thorn-Prikker-Haus (ein Gebäude von internationalem Rang) und dem renommierten Hohenhof über den Stand der Bauforschung bei Haus Baukey und die Funde aus der Blätterhöhle (mit dem Schädel des ältesten Westfalen) sowie den ablesbaren Spuren der wechselhaften Geschichte des Wasserschlosses Werdringen, bis hin zu den Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten an der Evangelisch-Reformierten Kirche in Hohenlimburg. Alle Gebäude werden am Sonntag, 14. September 2008, für einige Stunden geöffnet sein.

Die Besucher erwarten neben interessanten Einblicken auch informative Vorträge von extra geladenen Fachleuten. Die Mitarbeiterinnen der Unteren Denkmalbehörde haben in diesem Jahr neben den Eigentümern auch Architekten und Mitarbeiter des Amtes für Denkmalpflege in Westfalen gewinnen können, um von ihren Erfahrungen und dem Status Quo der Forschung an dem jeweiligen Objekt berichten zu können.

Um 11 Uhr wird der Tag des Offenen Denkmals vom Ersten Bürgermeister der Stadt Hagen, Dr. Hans-Dieter Fischer, im Thorn-Prikker-Haus eröffnet. Im Anschluss finden Führungen und Erläuterungen zum Umbau und den Sanierungsarbeiten durch die Eigentümer und den beauftragten Architekten sowie einer Mitarbeiterin des Amtes für Denkmalpflege in Westfalen statt. Das Thorn-Prikker-Haus steht am Ende der Häuserzeile „Am Stirnband“ und gilt als eines der bedeutendsten Werke des „Hagener Impulses“.

Es wurde zwischen 1910 und 1911 von dem Architekten J.L.M. Lauweriks errichtet. Benannt wurde es nach seinem ersten Bewohner, dem niederländischen Maler Jan Thorn-Prikker. Während der Umbauarbeiten für die zukünftige Nutzung als Wohnhaus und Architekturbüro wurde unter anderem eine von Thorn-Prikker ausgeführte Schablonenmalerei an der Decke des Flures im Erdgeschoss entdeckt und freigelegt. Der Tag des offenen Denkmals bietet den Besuchern die wohl einmalige Gelegenheit, das Gebäude in seiner Umbauphase zu erleben und über die Befunde und Erkenntnisse mit Fachleuten zu sprechen.

Nur einen Steinwurf entfernt liegt der Hohenhof, der den Besuchern an diesem Tag von 11 bis 18 Uhr zur kostenlosen Besichtigung zur Verfügung steht. Der Hohenhof ist nicht nur ein hochkarätiges Baudenkmal und einer der Ankerpunkte der Route der Industriekultur, sondern bietet durch die umfangreichen Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten, die seit den 1980er Jahren vorgenommen wurden, reichlich Sehenswertes in Bezug auf Bauforschung und Rekonstruktion.

Ebenfalls ab 11 Uhr wird Dr. Ralf Blank vom Historischen Centrum im Museum für Ur- und Frühgeschichte die Originalfunde aus der Blätterhöhle präsentieren. Darüber hinaus gibt es Vorträge zu anderen steinzeitlichen Funden aus dem Hagener Raum sowie auch zur wechselvollen Baugeschichte des Wasserschlosses.

Ab 13 Uhr werden die Pforten des Wasserschlosses geöffnet und die Mitglieder des Schlossvereins bieten stündlich Führungen durch die Räumlichkeiten an. Der Schlossverein organisiert parallel zum Tag des offenen Denkmals einen Jazzfrühschoppen, so dass die Besucher gegen einen Beitrag von 8 Euro auch noch in den Genuss von Musik und einem Getränk kommen. Wegen dieser Veranstaltung sei noch einmal darauf hingewiesen, dass die Parkplatzsituation am Schloss eingeschränkt ist. Die Veranstalter bitten um Verständnis und weisen ausdrücklich auf die Nutzung des ÖPNV hin.

Nicht weit vom Wasserschloss entfernt liegt das Haus Baukey, das in den letzten Jahren immer mehr in den Blick der Öffentlichkeit geraten ist. Das in vielen Bauphasen gewachsene Gebäude hat den Bauforschern und Architekten, die mit der derzeitigen Umnutzung beauftragt sind, viele Rätsel aber auch hochinteressante Antworten gegeben. An vielen kleinen Details kann der Fachmann bis heute ablesen, warum und wann das Gebäude erweitert oder verändert wurde. So ist ein Besuch während einer der Führungen durch den Architekten Oliver Hoppe (zwischen 11 und 15 Uhr) und die Landesdenkmalpflegerin Danae Votteler (zwischen 14 und 16 Uhr) sehr zu empfehlen. Der RC Hagen rundet den Tag mit einem familienfreundlichen Angebot ab: Modellschifffahren für Kinder und dazu Kaffee und Kuchen.

Fast schon ein Obligat beim Tag des offenen Denkmals ist die Evangelisch-Reformierte Kirche in der Freiheitstraße in Hohenlimburg. Die fortlaufenden Sanierungsarbeiten fördern regelmäßig Interessantes zu Tage, das einen Besuch lohnt. Ab 15 Uhr führen engagierte Gemeindemitglieder durch die Kirche. Parallel findet auch das Gemeindefest statt.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wurde 1985 gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht, sich für die Erhaltung und Wiederherstellung bedeutsamer Kulturdenkmäler in Deutschland einzusetzen. Mittlerweile gehört sie mit rund 180.000 Förderern zu einer der größten Bürgerinitiative in Deutschland. Die Stiftung konnte bisher 3.400 Denkmäler vor dem Verfall retten, darunter so bekannte wie den Leuchtturm „Roter Sand“ oder das Plöner Prinzenhaus in Schleswig-Holstein.

Vor dem Hintergrund der immer knapper werdenden Mittel aus dem öffentlichen Haushalt gewinnt die Arbeit der Stiftung immer mehr an Bedeutung. Mit der Einrichtung des Tages des offenen Denkmals liefert die Stiftung einen großen Beitrag, um in der Bevölkerung für Verständnis und Akzeptanz gegenüber den Themen der Denkmalpflege zu werben. Wer einmal an dieser Veranstaltung teilgenommen hat und ein Denkmal mit seiner ganzen Geschichte persönlich vorgestellt bekommt, der ist in jedem Fall sensibilisiert für die Fragen des Denkmalschutzes, wenn nicht gar davon fasziniert.

Für Rückfragen zum Programmablauf steht Petra Schauland von der Unteren Denkmalbehörde unter der Telefonnummer 0221/207-2630 zu Verfügung. Mehr Informationen zum Tag des offenen Denkmals allgemein unter: www.tag-des-offenen-denkmals.de und zum Angebot in Hagen unter: www.hagen.de.

Übersicht zum Programmablauf:
Thorn – Prikker – Haus, Stirnband 38
geöffnet: 11.00 bis 17.00 Uhr 11.00 Uhr Eröffnung
11.30 Uhr Führungen und Erläuterungen durch die Eigentümer (Sachverständigenbüro Architekten Ackermann, Dortmund) und Lars Krug (Architekturbüro Zamel & Krug, Hagen)
12.30 Uhr Vortrag über die (Bau-) Geschichte durch Meike Leyde (LWL-Amt für Denkmalpflege in Westfalen)
13.30 -15.30 Uhr etwa stdl. Vorträge

Hohenhof Hagen, Stirnband 10
geöffnet: 11.00 bis 18.00 Uhr

Museum für Ur – und Frühgeschichte, Werdringen 1
geöffnet: 11 bis 17 Uhr - Besichtigung der Funde aus der Blätterhöhle
11.00 Uhr Präsentation der Originalfunde aus der Blätterhöhle durch Dr. Ralf Blank
15.00 Uhr Führung zur Geschichte des Wasserschlosses und anderer Burgen im Hagener Raum (für beide Führungen gilt: max. 25 Personen, Anmeldung erforderlich unter 02331-2072740)
Wasserschloss Werdringen Werdringen 1
geöffnet: 13 bis 17 Uhr
stündlich Schlossführungen durch die Mitglieder des Schlossvereins

Haus Baukey Baukey 1
geöffnet: 11 bis 17 Uhr
11.00-15.00 Uhr Führungen durch Oliver Hoppe (Architekten Schenten & Partner, Hagen)
14.00-16.00 Uhr Vorträge zur Baugeschichte von Danae Votteler (LWL-Amt für Denkmalpflege in Westfalen)

Evangelisch-Reformierte Kirche, Freiheitstr. 35
geöffnet: 15 bis 18 Uhr
Führungen nach Bedarf durch die Gemeindemitglieder

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